Nach dem totalen Flop des Vorgängers reanimierte man in „Freitag, der 13te – Jason lebt“ Mr. Vorhees, den man ja an sich schon in Teil vier endgültig in die Kiste schicken wollte.
Da dieser die Machete in die Moppe in Teil vier nicht überlebt haben kann, muss er jetzt übernatürlich wiederkommen. Ausgerechnet Tommy Jarvis (Thom Mathews), der Held der beiden Vorgänger (inzwischen geistig wieder halbwegs genesen; den dämlichen Schlussgag des Vorgängers hat man zum Glück nicht weiterverfolgt) kommt auf die wenig gute Idee Jasons Leiche noch mal auszubuddeln, um sie endgültig zu verbrennen. Doch Jason, an dessen Fresse schon die Maden gemütlich rumgemümmelt haben, wird dabei unfallweise via Blitzschlag wiederbelebt (Frankenstein lässt grüßen) und metzelt erstmal Tommys Kompagnon dahin.
Tommy informiert die Verantwortlichen in Crystal Lake, welches man umbenannt hat, um die Schrecken von damals zu vergessen. Auch sonst arbeitet die Verdrängungsmaschinerie hier auch Hochtouren: Betreuer und Kiddies im Camp kennen nur (angeblich nicht wahre) Legenden um Jason, die Polizei sperrt Tommy erstmal in die nächstbeste Zelle als er von Jason redet. Neuer Film, neue Gesetzeshüter, doch wieder in den Vorgängern stehen die Cops schwer auf dem Schlauch (entgegen jedweder Glaubwürdigkeit).
Tommy macht sich daran aus der Zelle raus zu kommen und Jason zu stoppen, die Sheriffstochter findet den Aufrührer irgendwie putzig und was macht Jason? Der häckselt mal wieder alles was ihm vor die Machete kommt…
Die meisten „Freitag, der 13te“-Filme laufen nach dem gleichen Schema ab und sind nur unterschiedlich spannend in der Umsetzung. Besonders aufregend ist Teil sechs in der Hinsicht nicht, zumal in der ersten Hälfte fast nur Charaktere eingeführt werden, die Jason dann direkt zum Opfer fallen. Erst in Hälfte zwei kommt Jason dann zum Camp und es geraten mal Leute in Gefahr, die man auch mal vorher gesehen. Sonderlichen Einfallsreichtum beweisen die Macher nicht, denn ist schnell klar, wer stirbt und wer überlebt. Denn den Mut eine der Teppichratten abmurksen zu lassen, hatten die Macher nicht, während das betreuende Jungvolk Jason fast ausnahmslose zum Opfer fällt.
Immerhin ist „Freitag, der 13te – Jason lebt“ etwas kurzweiliger geraten, was vor allem direkt daran liegt, dass man sich hier erstmals auf die humoristische Schiene begab. Jason eröffnet die Creditsequenz im Bondstil, eine Frau bemerkt sie habe genug Horrorfilme gesehen, um zu wissen, dass Irre mit Masken nichts Gutes im Schilde führen (dank der Blödheit ihres Begleiters erwischt es beide dann doch) und die kleinen Blagen haben teilweise ein paar sarkastische Sprüche wie „Dude, we’re dead meat.“ drauf. Hinzu kommt ein wirklich toller Soundtrack, für den sich Alice Cooper verantwortlich zeigt und Jason sogar eine Hymne widmet: „He’s back. The man behind the mask.“
Im Bereich der Mordszenen steigert sich Teil sechs auch ein wenig. Kreativ gekillt wird nur selten und auch in der ungekürzten Fassung gibt es nur wenige Effekte (z.B. ein quasi durchgebrochenes Opfer). Dafür sind die Mordszenen immerhin etwas spannender geraten, teilweise werden falsche Fährten gelegt und man kann Jasons Auftauchen nicht immer direkt voraussagen.
Darstellerisch darf man auch hier nichts Großes erwarten: Das Jungvolk ist erwartungsgemäß untalentiert, wenngleich sich immerhin Hauptdarsteller Thom Mathews etwas Mühe gibt. Von C.J. Graham unter der Jasonmaske sieht man nichts und die erwachsenen Nebendarsteller haben meist so kleine Rollen, dass sie nicht der Rede wert sind.
Somit geht „Freitag, der 13te – Jason lebt“ wegen des Humors und der tollen Musik noch als gehobener Durchschnitt durch. Einfallsreich ist die Story zwar nicht und in Teil eins und drei wurde spannender gekillt, aber passable Unterhaltung ohne größere Ansprüche kriegt man schon geboten.