Auch ohne die eigentliche Schlüsselfigur Jason Vorhees funktionierte das Konzept, wie der Vorgänger bewies. Dennoch entschied man sich, ihn hier wieder fleißig morden zu lassen, leider waren die Einspielergebnisse zum ersten Mal eher mau. Bei einem Budget von circa vier Millionen Dollar kann man eigentlich nicht viel falsch machen, doch man merkte bei "Freitag der 13. - Jason lebt" wohl zum ersten Mal eine gewisse Zurückhaltung beim Publikum. Im Endeffekt servieren uns die Produzenten zum sechsten Mal die selbe Kost, kleine Änderungen fallen da kaum ins Gewicht. Zudem wird es hier richtig übertrieben, denn Jason ist ja eigentlich tot und wird mit Hilfe der Elektrizität aus mehreren Blitzen zu neuem Leben erweckt. Jegliche Logik und Einfallsreichtum haben sich bereits während des Vorspanns verabschiedet, Tom McLoughlin (One Dark Night, Manchmal kommen sie wieder) schreibt das Drehbuch zu seiner zweiten Regiearbeit selbst und verschafft diesem fünften Abklatsch aber ein horendes Tempo, nebst einer kleinen Portion Humor. Obendrein hält der Score von Harry Manfredini einige tolle Songs parat, zum Beispiel während des Abspanns singt Alice Cooper "The Man Behind the Mask", der daraufhin zum Chartstürmer wurde.
Um die ganze Mordgeschichte mit Jason Vorhees (C.J. Graham) zu vergessen, wurde das berüchtigte Camp in "Camp Forrest Green" umgetauft. Aber Tommy Jarvis (Thom Mathews) hat Jason noch längst nicht vergessen und will sich vergewissern, dass er auch wirklich tot ist. Doch dabei erwacht Jason zu neuem Leben. Sheriff Garris (David Kagen) will Tommy die Geschichte nicht glauben, derweil kehrt Jason ins Camp zurück, wo sich gerade eine Gruppe Kinder aufhält. Megan (Jennifer Cooke), die Tochter des Sheriffs, befindet sich unter den Betreuern.
Der untote Jason ist jetzt unsterblich und kann nur mit Hilfe eines Rituals besiegt werden. Doch Tommy hat andere Sorgen, denn der Sheriff will ihm nicht glauben. Dafür Megan umso mehr, woraus sich eine kleine Romanze entwickelt. Jedenfalls gibt es so außer den üblichen Morden zwei kleine Autoverfolgungsjagden und der Crash des großen Wohnmobils ist auch nicht übel. McLoughlin setzt auf Tempo und hält dieses tatsächlich von Anfang an. Spannend ist die Chose dabei kaum, das gesichtslose Junggemüse hat keinerlei Profil, außer Tommy und Megan. Der Rest dienst als Frischfleisch für Jason und der killt hier im Minutentakt. Neben den vielen Teenies, wird auch eine Gruppe von Gotcha-Spielern hingerichtet, genauso wie ein Angestellter des Friedhofs und fast die gesamte Polizei.
Der Bodycount ist enorm, doch wie wir es aus den Vorgängern kennen, werden manche Morde nur angedeutet. Dennoch fließt noch genügend Blut, um auch den Gorefan zufrieden zu stellen und im Finale will sogar etwas Gänsehaut-Atmosphäre aufkommen. Etwas störend, selbst für den eingefleischten Slasherfan, dürften die einfältigen Dialoge sein, welche durch die mäßige deutsche Synchro noch negativ verstärkt werden. Doch sieht man darüber hinweg, kann man sich bei "Jason lebt" gute achtzig Minuten lang amüsieren. Die vielen Morde sind zwar vorhersehbar, aber auch sehr abwechslungsreich, teilweise blutig und McLoughlin nimmt die Chose nicht so ernst.
Über die Darsteller in Slashern mag man sich jedesmal aufregen, aber das Hauptaugenmerk legen die Macher auf andere Elemente. Thom Mathews (Verdammt, die Zombies kommen, Bloodchamp) und David Kegan (Hologram Man, Body Chemistry) füllen ihre Rollen durchschnittlich aus, Tony Goldwyn (The 6th Day, The Last House on the Left) hat lediglich einen Kurzauftritt.
"Freitag der 13. - Jason lebt" macht Fans der Reihe glücklich, allein schon wegen des hohen Bodycounts, ein wenig Ironie und des durchweg hohen Tempos. Die Machart ist solide, die Goreeffekte sind mal wieder erste Sahne, doch in Punkto Innovation gibt es eine Nullrunde. Das übliche Konzept mit mäßigen Darstellern herunter gekurbelt, zumindest hat er mir besser gefallen als der Vorgänger. Der Score ist klasse und die Laufzeit vergeht wie im Flug.