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Wenn der Blitz zweimal zuschlägt

Tommy Jarvis ist inzwischen erwachsen geworden, hat aber - irgendwie verständlich - seine traumatischen Erlebnisse mit Jason noch nicht so ganz überwunden. Um also sicherzustellen, dass der Maskenmörder dieses mal wirklich und endgültig tot ist, öffnet Tommy sein Grab - möglichweise keine so gute Idee - und durchbohrt ihn mit einer Eisenstange. Vielleicht hätte er aber dran denken sollen, dass Eisen Strom besonders gut leitet und so kommt es wie es kommen muss: Zweimal schlägt ein Blitz in die Stange ein und Jason bekommt einen kostenlosen Adrenalinkick, der ihn wieder zum Leben erweckt.

Das wollte Tommy nun wirklich nicht, also warnt er den örtlichen Sheriff, der ihm aber keinen Glauben schenkt, sondern ihn ganz im Gegenteil für verrückt erklärt. Jason hat derweil wieder alle Hände voll zu tun, denn es tummeln sich Paintballspieler auf seinem Areal sowie neue Campbetreuer, die sich als perfekte Opfer rausstellen. Einzig Sheriffstochter Megan schenkt Tommy Glauben und hilft ihm dabei, Jason endgültig (?) auszuschalten.


Tja, was soll man großartig sagen? The same procedure as (almost) every year. Irgendwie schafft es Jason immer wieder, von den Toten aufzuerstehen, damit er wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann. Mit der mittlerweile fünften Fortsetzung der Reihe machten sich dann aber doch sehr deutliche Abnutzungserscheinungen bemerkbar, die auch schon vorher erkennbar waren.

Da die ganze Szenerie irgendwie bereits vertraut ist, wirkt die Atmosphäre des dunklen Camps nicht mehr richtig. Zumal gerade das Düstere in diesem Film nicht zu richtig zur Geltung kommt. Das liegt meiner Meinung nach vor allen Dingen daran, dass man offenbar versucht hat, die doch recht ausgelutschte Story mit ein wenig Humor aufzufrischen, was aber eher suboptimal funktioniert.

Ähnlichkeiten zur Nightmare-Reihe sind diesbezüglich nicht von der Hand zu weisen. Während es aber bei Freddy dank des Alptraumsettings je nach Film ganz ordentlich klappt, ist das bei Jason leider nicht der Fall. Da er zum einen nicht spricht, fällt die Möglichkeit von derben Onelinern weg, zum anderen spielen die Filme ja in der Realität, wo dann Smileyfaces an Bäumen eher unfreiwillig komisch wirken als wirklich lustig zu sein. Auch das hüftsteife Overacting der vielen Laiendarsteller dürfte wohl seinen Teil dazu beitragen, dass die Gags nicht so funktionieren, wie ursprünglich geplant.

Darunter leidet dann leider wie bereits erwähnt auch die Atmosphäre: Wirklich furchteinflößend wirkt das Camp nicht mehr, ebenso wenig wie Jason. Da er fast omnipräsent ist, wirken die Morde nicht so wie in früheren Teilen. Da wäre etwas weniger, dafür aber eine Schippe brutaler durchaus angebracht gewesen.

Womit wir bei einem weiteren Problem der Serie sind - die R-Rated Versionen. Teil 6 ist diesbezüglich wirklich zahm ausgefallen, wenn ein Mord etwas heftiger ist, dann ist er nur kurz und eher undeutlich zu sehen. Wirklich schade, dass es keine Unrated-Version zu kaufen gibt. Das würde den Film zwar nicht unbedingt wesentlich besser machen, aber zumindest auf den ursprünglich angedachten Standard hieven.

Positiv zu vermerken bleibt noch der Soundtrack, der Schockrocker Alice Cooper wieder in Lampenlicht gerückt hat. He's Back und Teenage Frankenstein sind Klassesongs und passen gut in den Film. Abgesehen davon ein mittelprächtiger Teil der Saga, den man zu Vervollständigungszwecken durchaus mal gesehen haben darf. Ein Muss ist er aber bestimmt nicht.

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