Wow, dass ich das noch erleben darf! Endlich mal ein "Jason-Film" der wirklich, wirklich anschaubar war. Bei den ganzen anderen Kackfilmen, die vorher erschienen, konnte ich nie und nimmer den Hype um Jason verstehen. Peinliche Darsteller, eine nicht vorhandene Story und knapp 5 Minuten Gore, die in den 80ern vielleicht hipp waren, aber heute kein Hahn mehr danach kräht.
Die Geschichte um Tommy Jarvis wurde weitergesponnen. Wurde er noch von dem jungen Corey Feldman (8) ohne Sackhaare in Teil IV verkörpert, wurde seine Rolle in Teil Fünf (da die Storyline um knapp 10 Jahre vorausgeworfen wurde) von John Stephard gespielt, der in Teil 6 (also ein Jahr später) nicht mehr vorkommt, da er seine ganze Gage für Koks und Nutten ausgegeben hatte. Champaign! "Legt euch Koks auf den Schwanz und fickt mich in die Nase" war scheinbar sein Motto.
Nun, auch in Teil 6 gibt es Tommy Jarvis, der jedoch von dem Schauspieler Thom Mathews verkörpert wird, der Jason wieder ausbuddelt, dabei jedoch Jason vom Blitz getroffen wird und danach wieder lebendig ist. Tommy wird recht schnell aufgrund seiner Vergangenheit von der Polizei zum "Heiner" abgestempelt, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Viel schlimmer: Im späteren Filmverlauf wird er sogar verdächtigt, ein Trittbrettfahrer zu sein und Jasons Morde zu wiederholen - nett, immerhin haben wir eine Story, die sich mal lohnt, sie wirklich zu lesen.
Wir haben hier wieder das Camp Crystal Lake, dass mittlerweile in "Camp Forrest" umbenannt wurde und etliche Twens im Aufpasseralter für 8- 10jährige. Schade, dass den kleinen Kindern nix passiert, sonst wäre dieser Teil zum Kultfilm geworden. Wir sprechen ja immer noch von Fiktionalität: Ist es wirklich verwerflich, Kinder in nicht realen Filmen zu opfern? Meine Meinung : Nöö, ab durch den Häksler damit...
Der Score ist immer noch so nervenaufrreibend wie eh und je. Doch was hat sich getan, dass dieser sechste Teil alle anderen locker in den Schatten stellt?
Nun, da gibt es mehrere Gründe: Die Anzahl der Erwachsenen ist überschaubar geworden, (fast) jeder bekommt einen Charakter auf die Stirn gedrückt, der ihm das Prädikat "meine Person wurde nicht auf einem Bierdeckel geschrieben", verleiht. Zudem bediente man sich bei "Alice Cooper" was dem Soundtrack eine ordentliche Komponente gibt. Doch zwei krasse Unterschiede hab ich dennoch ausgemacht: Erst einmal wurden nicht nur die Schockeffekte ausgebaut, sondern Jason stapft endlich wie ein unkillbarer Mörder durch die Gegend. Diese Szenen glänzen jetzt einwandfrei und vermitteln endlich, dass Jason eine Figur ist, die nichts in unserem Universum zu suchen hat. Zum anderen kommt die interessante Komponente hinzu, dass Regisseur Tom McLoughin diesen Film nicht mehr so bierernst genommen hat, und ihm manchmal einige Gags spendiert, die nahe an der Grenze zu "Scary Movie" liegen. Das tut dem Film richtig gut. Was hier lediglich abstinkt ist der Blutfaktor, denn den hat man gewaltig zurückgeschraubt. Es passieren zwar immer noch deftige Morde - aber im Vergleich zu seinen ganzen Vorgängern ist das Softcore und viele Morde passieren auch im Off. Richtig blutig sieht anders aus.
Dennoch: "Freitag der 13. VI - Jason lebt" hat mir endlich mal Spaß gemacht, so dass ich das erste mal den Kult um diese Figur nachvollziehen kann.
7/10