Review

Im Städtchen Deadwood in South Dakota trifft Wild Bill auf seinen erbittertsten Feind. Ein geheimnisvoller Fremder kündigt an, dass er die Stadt erst verlassen will, wenn Hickok tot ist. Wild Bill findet Trost in den Armen der reizenden Calamity Jane, doch ihn plagt die Erinnerung an die einzige Frau, die er je wirklich geliebt hat. Nun aber könnte diese Sehnsucht seinen Untergang bedeuten. Als Hickok und sein Gegner ihrer letzten Konfrontation entgegen gehen, ist die Bühne bereitet für einen dramatischen Höhepunkt.

Nachdem sich Walter Hill kurz zuvor bereits das Leben des Indianerhäuptlings Geronimo vornahm, beleuchtet er diesmal das Wirken des Revolverhelds James Butler Hickok. Anders als dort legte er die Schwerpunkte von Wild Bill jedoch deutlich anders an, was ich jetzt nicht unbedingt eine gute Entscheidung fand.
Wie gern genommen beginnen wir mit der Beerdigung der Legende des 39-jährigen Mannes, der zwar ehrenhaft versuchte durchs Leben zu gehen, aber durch seine gewisse Reizbarkeit angeblich Dutzende Menschen erschoß, vornehmlich jene, die seinen Hut angefaßt haben.
Eine wirkliche Biographie kam hier nur bedingt heraus. Zwar werden immer mal wieder Szenen der Vergangenheit in schwarz/weiß eingeblendet, die dann auch schon mal in einem lustigen Rollstuhlduell mit Bruce Dern münden, aber die Basis des Films besteht in der Ankunft in Deadwood und einem jungen Heißsporn, der es sich in den Kopf gesetzt hat Hickok zu töten, weil dieser einst seine Mutter sitzen ließ und deren Mann im Duell umlegte. Das ist zwar sicher eine wichtige Episode, die dann auch zum Untergang von Wild Bill führte, aber eben auch nur eine Episode.
Viele Punkte bleiben unbeleuchtet auch wenn sich die Erzählzeit über die Jahre 1867 bis 1876 erstreckt, da hätte man die Gewichtung schon besser verteilen können. So bleibt ein zwar unterhaltsames Biopic mit guter Ausstattung und einem guten Jeff Daniels, dem ich so eine Rolle gar nicht unbedingt zugetraut hätte. Es wäre allerdings mehr drin gewesen.
6/10

Details