Der Film, welcher von der Kritik zwiespältig aufgenommen wurde, ließ meine Erwartungen in gehobenem Mittelmaß ansetzen ... und ich sollte letztendlich recht haben.
Der Geschichte liegt die wahre Begebenheit eines Vorfalls zugrunde, welcher sich von 1938 - 1941 auf der berüchtigten Gefängnisinsel in Alcatraz ereignete und letztendlich die Schließung dieser Anstalt zur Folge hatte.
Am Anfang geht es gleich knallhart zur Sache - die Folterszenen in den dunklen Kerkern von Alcatraz sind wahrhaftig nichts für Zartbesaitete und dürften in den FSK-12 Fernsehfassungen (im Gegensatz zur DVD) gewaltig Federn lassen - Beeindruckend düstere Bilder, und eine überragende Vorstellung von Kevin Bacon übermitteln auch im Fortlauf der Ereignisse eine realistische Atmosphäre. Gary Oldman brilliert in der Rolle des sadistischen Direktors genauso wie die restliche Besetzung und sammelt weitere Punkte für den Film.
Leider kann der Film das anfängliche Niveau nicht halten, obwohl dieses hervorragende Schauspieler-Ensemble und eine spannende Story die besten Voraussetzungen bieten - der Schwachpunkt liegt meiner Meinung nach eindeutig in der schwachen Inszenierung von Marc Rocco, der sowohl eine ansprechende Charakterzeichnung als auch eine konsequente Linie vermissen lässt. Die meisten Szenen wirken abgehakt und unvollständig, auf die Vorgeschichte des Todgeweihten wird so gut wie nicht eingegangen, Charaktere kommen und gehen ohne Zusammenhang!
In Ansätzen erkennt man, was aus diesem Stoff hätte werden können und so vermisst man letztendlich die erfahrene Hand eines Regieprofis genauso wie die Betroffenheit des Zuschauers am Ende des Film - Schade!