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In Irland grasiert ein tödliches Virus, welches ursprünglich von einer Kuh auf einen Menschen übertragen wurde und sich nun durch Biss auch von Mensch zu Mensch überträgt. Die Infizierten lässt es zu seelenlosen zombieähnlichen Wesen mutieren, die eine ausgeprägte Gier nach Menschenfleisch entwickeln. Helena (Marian Araujo) und ihr Freund Martin (David Ryan) werden ebenfalls von einem vom Virus Befallenen attackiert und Martin durch einen Biss schwer verletzt. Um Hilfe zu holen, läuft Helena zu eine nahegelegenen Bauernhof, wo sie aber kurz danach von dem inzwischen mutierten Martin angegriffen wird. Mit letzte Kraft kann sie sich dieses Angriffes erfolgreich erwehren und flüchten. Auf ihrer Flucht trifft sie den Totengräber Desmond (David Mallard). Zunächst versuchen sie sich zu Desmond’s Haus durchzuschlagen; auf ihrem Weg dorthin treffen sie den ständig fluchenden Cathal Cheunt (Eoin Whelan) und seine Frau Francie (Amy Redmond), sowie die kleine Lisa (Kathryn Toolan). In Cathal’s Jeep versucht die Gruppe eines der Nachbardörfer zu erreichen, in welchem das Virus noch nicht grasiert...

Bekanntlich achten Splatterfans häufig bei ihrer Filmauswahl nicht primär auf die Qualität eines Filmes, sondern suchen ihr Programm eher nach dem Goregehalt aus. Und in der Splattergemeinde herrscht oft das Vorurteil vor, dass Filme, die man öffentlich über dem Ladentisch erwerben kann, nicht sonderlich blutig sein können. Dass dieses Vorurteil häufig unbegründet ist, haben schon in der Vergangenheit Filme wie „Freddy vs. Jason“ oder die „Dawn of the dead“ – Neuauflage gezeigt. Auch „Dead Meat“ ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass ein Film, den man auch bei „Karstadt & Co.“ erwerben kann, sehr blutig sein kann. Es ist aus meiner Sicht durchaus erstaunlich, dass dieser Film mit der Einstufung „keine Jugendfreigabe“ davon gekommen ist, wodurch er schon von vorne herein vor späterer Indizierung oder gar Beschlagnahmung geschützt ist. Der Blutgehalt übertrifft den vieler beschlagnahmter Filme (besonders der ganz harmlosen wie „Terror at Tenkiller“ oder „Nightlife“ etc.) bei weitem : zu sehen sind abgetrennte Gliedmassen, Erstechungen, stark blutende Bisswunden, das Aussagen eines Augapfels mit einem Staubsauger, Enthauptungen und anderweitige Gewaltakte, die eine Zerstörung des Kopfes zur Folge haben. Und die Spezialeffekte sind beileibe nicht so schlecht, dass man sagen müsste, dass sie dem Film jegliche Ernsthaftigkeit und Härte nehmen würden (nur der Angriff der Kühe in der zweiten Filmhälfte ist leider total trashig inszeniert worden !). Auch die Masken der zombieähnlichen Wesen sind für einen Film dieses Budgets gut gelungen : man sieht, dass das Virus seinen Wirt ziemlich verunstaltet und entstellt.

Regisseur Conor McMahon scheint selbst in grosser Splatterfan zu sein, denn seinen Film durchziehen Elemente aus allen möglichen Splatterklassikern : es finden sich in dem Film Versatzstücke aus „Night of the living dead“ (vor allem der Anfang und das Ende), „Tanz der Teufel“, Dawn of the dead“, „Day of the dead“ (die Amputation eines Armes nach einer Bissverletzung mit anschließendem ausbrennen der Wunde mit dem Feuer einer Fackel), natürlich „Cabin Fever“ und vielen anderen. Darüber hinaus könnten die Splatterszenen aus einem Olaf-Ittenbach-Film stammen.

Regisseur Conor McMahon tut so, als wolle eine sozialkkritische Botschaft in seinen Film packen : in einer Zeit, in welcher sich die Menschheit im Würgegriff von Viruserkrankungen wie AIDS oder SARS befindet und auch der Rinderwahnsinn ein wichtiges Thema ist, ist es nur logisch, dass man als Regisseur in seinem Film die Gefahr von einem Virus ausgehen lässt, welches durch Biss von infizierten Kühen auf den Menschen übertragen wurde und scheinbar in schnellster Zeit mutiert ist, wodurch es auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Außerdem fällt auf, dass viele der Infizierten Schmuck tragen und auch sonst sehr gut gekleidet sind (nach dem Motto : „in der heutigen Medienlandschaft sind wir alle wie Zombies“). In Wahrheit ist diese Storyline jedoch nur Bindeglied zwischen den vielen Splatterszenen. Denn eines ist klar : „Dead Meat“ ist eindeutig in die Kategorie „äusserst trivialer Splatterfilm“ einzuordnen (zu dieser Kategorisierung tragen schon die ziemlich albernen und sinnfreien Dialoge bei !).

Fazit : schöne Landschaftsaufnahmen, blutige FX, eine Prise Spannung – Gehirn abschalten und das Dargebotene genießen. „Dead Meat“ ist ein kleiner, feiner, wenn auch sinnfreier Splatterspass, den man Genrefreunden uneingeschränkt empfehlen kann. Diese 79 Minuten vergehen wie im Fluge !

Übrigens : wer mal wieder schnelle Kamerafahrten durch den Wald (a la „Tanz der Teufel“) sehen möchte, sollte sich den zehnminütigen Kurzfilm „The Braineater“, welcher sich unter dem Bonusmaterial befindet, anschauen – der ist übrigens auch sonst ganz witzig gemacht.

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