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Na gugge mal da: man kann doch mit einem Minibudget, Splatteranspruch und einer absurden Idee doch ein passables Filmchen für den DVD-Markt produzieren, ohne sich auf Teufel komm raus anbiedern zu müssen.

„Dead Meat“ ist zwar jetzt keine ausgesprochene Novität, kann aber auf anderen Sektoren punkten. Die Story an sich klingt schon mal nach schrägem Splatter, in Irland herrscht nämlich freiflottierender Rinderwahn, der sich von einer mörderischen Kuh durch die spärlich bewohnten Landstriche ausbreitet und die Einwohner langsam aber sicher samt und sonders in fleischgeile Monstrositäten verwandelt.
Prompt düst ein Pärchen durch die Botanik, bügelt einen Wandersmann über, lädt ihn ein, worauf der männliche Part alsbald einen Biß in den Hals davon trägt. Eine Hilfsaktion in einem nahegelegenen Bauernhaus führt zu Tod und Verwesung und plötzlich will der infizierte Göttergatte ihr ans Leder, da hilft nur noch Gary Moore: over the hills and far away…

Was dann passiert, kann der Fachmann mit lockerem Kennerblick als Variante von Romeros „Night of the Living Dead“ ausmachen. Die Geschockte trabt durchs frische Kerrygoldgrün, trifft den örtlichen Totengräber und von da an sputet man sich zu zweit. Später folgen noch ein teigiges Kindelein und ein motziges Ehepaar und together bemüht man sich, aus der „hot zone“ zu entkommen, was gar nicht so einfach ist…

„Dead Meat“ ist deutlich bei Romero angelehnt, schafft es aber, die Atmosphäre zu kopieren, nicht den Inhalt zu rekapitulieren. Hier und da wird gehackt und gemanscht, aber der nötige Hauch Ausgeliefertsein, Isolation und Terror begleiten jedes der handkameragemachten Bilder, die eine Prise Fake-Realismus verbreiten.
Die hier agierende Killerkuh ist natürlich Quatsch hoch drei, aber so richtig gewitzelt wird hier sowieso nicht. Stattdessen ergibt sich der Humor bisweilen aus den Figuren und gängigen Verhaltensweisen. Reduziert auf praktikable 80 Minuten wirkt der Film dicht und beengt.

Mein persönliches Highlight sind die Nachtszenen auf den Weiden Irlands, wo wirklich ohne großes künstliches Licht gedreht wurde und es tatsächlich finster wie im Ochsenarsch ist. Die nächtliche Wanderung durch eine schlafende Armee von Behelfszombies, die aus der Dunkelheit auftauchen, irgendwo im Hintergrund die marodierende Killerpaula, das hat schon was.

Am Ende wartet man tatsächlich noch mit einer flotten ironischen Wendung auf, nachdem man das Ende des Romerofilms wiederum um ein Haar umkreist hat – tatsächlich ist „Dead Meat“ jedoch der erste Zombiefilm seit „Day of the Dead“, in dem mir die Protagonisten und ihre Unversehrtheit im Kampf irgendwie etwas Aufmerksamkeit abgenötigt haben.
Definitiv kein Partyfilm. (7/10)

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