Review

Matthew Modine und Maxwell Caulfield spielen zwei Kellner, die nun als Schauspieler Fuß fassen wollen. Die beiden unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht, so will Modine an Rollen mit schauspielerischem Anspruch kommen, während sich Caulfield mit einer Seifenoper-Rolle begnügt und während Caulfield jeden Morgen in einem anderen Bett aufwacht, ist Modine schon seit Langem mit einer Maskenbildnerin, gespielt von Catherine Keener, zusammen, wird dann aber von einem Madonna-Double fasziniert.

"Echt blond" war wohl als freche und vielschichtige Satire gedacht, scheitert aber bereits an seinem überkonstruierten Handlungskonstrukt. Während der Film mit seiner Fülle an verschiedenen, zum Teil überflüssigen Figuren förmlich überschäumt und dem Zuschauer so nur schwerlich einen Zugang zum Film genehmigt, ist die eigentliche Handlung flach und hat so wenige Wendungen, dass der Film im Prinzip von Anfang bis Ende auf der Stelle tritt. Gute Aspekte, wie zum Beispiel der Blonden-Fetisch von Caulfield, werden kaum oder viel zu flach behandelt und so lässt sich die Story durchaus als Totalausfall bezeichnen, zumal sie in groben Zügen vorhersehbar ist, da es an innovativen Einfällen deutlich mangelt.

Das Erzähltempo ist so hoch gehalten, dass man sich wenigstens nicht über weite Strecken langweilt, richtig Fahrt aufbauen kann "Echt blond" aber dennoch nicht, da die überflüssigen Subplots und Nebenschauplätze den Film gleich mehrfach ausbremsen und dramaturgische Totalausfälle darstellen. Tom DiCillo, der bereits die Story versiebt hat, leistet also auch bei der Inszenierung eher mäßige Arbeit und verspielt viele Chancen, seinen Film zumindest ins Mittelmaß zu heben. An wenigen Stellen wird der Film dann mal lustig, teilweise sogar richtig sarkastisch, aber immer dann, wenn endlich ein guter Ansatz oder ein roter Faden gefunden ist, kommt schon wieder der nächste Subplot und DiCillo verliert erneut die Orientierung. Das Ende ist zu allem Überfluss auch noch kitschig geworden und so scheitert "Echt blond" endgültig.

Der Cast ist sehr durchwachsen. Catherine Keener spielt als Maskenbildnerin am besten, ist in ihrer Rolle durchaus sympathisch und liefert eine relativ emotionale und einfühlsame Leistung ab. Maxwell Caulfield, Daryl Hannah und Elizabeth Berkley spielen solide, aber unauffällig, während Matthew Modine sehr blass und hölzern durch den Film stolpert und im Zusammenspiel mit der starken Catherine Keener komplett untergeht. Kein Wunder also, dass Modine bis heute keinen endgültigen Durchbruch geschafft hat.

Fazit:
Die Story enthält zu viele Figuren und zu wenig Handlung und damit langweilt der Film trotz ein paar gelungener Gags und des hohen Erzähltempos. Leider werden die wenigen guten und satirischen Ansätze erst gar nicht weiter verfolgt und auch der Cast ist eher durchwachsen. Nicht empfehlenswert.

35%

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