Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen DVD von Koch Media!
Umberto Lenzi ist ein versierter, handwerklich begabter Regisseur, der im Laufe seines Filmschaffens in vielen Genres tätig war: angefangen beim Abenteuerfilm über den Giallo bis hin zu den härteren Subgenres des Horrorfilms mit Zombies und Kannibalen. Was Dario Argento für den Giallo ist, war Umberto Lenzi für den Poliziotti:
Der Vater des italienischen Polizeifilms. Aber wie bei vielen anderen Regisseuren auch ist nicht alles Gold, was den Namen Umberto Lenzi in den Credits trägt:
"Camorra" ist nichts weiter, als eine langweilige Aneinanderreihung von brutalen Raubüberfällen, Vergewaltigungen, mafiöser Verstrickungen und fragwürdiger Selbstjustiz. Spannung und Dramatik kommen kaum auf, lediglich die Verfolgungsjagden sorgen für einen Hauch von Tempo. Gliederung der Handlung und Soundtrack erinnern an den ebenfalls von Lenzi in den Sand gesetzten Thriller "Die Viper". Die Besetzung ist sehenswert, allerdings fehlt ein charismatischer Bösewicht für den mit minimaler Mimik agierenden Maurizio Merli.
Szenen wie die Hinrichtung mit einer Bowling-Kugel ("Ich habe eine Kugel für ihn übrig") sind sehr selten und retten diese uninspirierte Nummernrevue vor dem totalen Absturz.
Umberto Lenzi hat schon bessere Streifen abgeliefert, hier serviert er gepflegte Langeweile in rauen Bildern ohne jeglichen Unterhaltungswert und verdient dafür nicht mehr als 3 von 10 Kugeln aus Bettis Dienstwaffe.