2
Nunsploitation, die durch die historischen Kostüme in ihrer Nonnenkluft-Bezogenheit abgeschwächt wird. Auf seine Weise ist der Film eine Orgie, doch unter seinesgeleichen stellt er absolut nichts Besonderes dar, auch weil die wenigen härteren Momente sich über die viel zu lange Laufzeit verteilen. Religiöser Wahn sowie die ungesunde Abgeschiedenheit und das unnatürliche Zölibat in einem Konvent werden ansatzweise kritisiert, aber all das gehört bei so einem Machwerk zum kleinen Einmaleins und wurde anderswo schon viel deutlicher auf die Spitze getrieben. Leider gibt sich FLAVIA auch so süßlich und verkrampft künstlerisch. Deshalb eiert der Streifen auch so ziellos vor sich hin. Und was einst als obszön betrachtet worden sein mag, kann heute nur noch Gähnen verursachen. Eigenartig auch die Verwandlung der Titelfigur von der Zweiflerin hin zur "starken Frau", einer Jeanne d'Arc für die Armen.
9
Für mich ist dies ganz eindeutig einer der besten Nunsploiter! Die schönen Aufnahmen sowie der hervorragende und passende Soundtrack (von Nicola Piovani) erzeugen eine tolle Atmosphäre. Auch die meisten Darsteller/Schauspieler agieren sehr überzeugend. Dies ist definitiv nicht der derbste Film dieses Subgenres (obwohl 4-5 Szenen die meisten Zuschauer bestimmt sehr schockieren werden). Dafür setzt er sich ernsthaft mit dem Thema "Unterdrückung der Frau durch den Mann" auseinander. So (natürlich) auch kritisch mit der Kirche/Religion usw. 9/10
5
"Nonnen bis aufs Blut gequält" ist vordergründig besehen ein unterhaltsamer Exploiter ohne große Stärken und Schwächen. Schaut man hinter die Fassade, erkennt man schnell die durchaus ernsthaften emanzipatorischen Töne, die Gianfranco Mingozzis Film anschlägt; dumm nur, dass man damit heute keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. Einige drastische Folterszenen geben "Nonnen bis aufs Blut gequält" die sadistische Würze, aber so hart, wie es der deutsche Titel mal wieder glauben machen will, ist das Ganze auch wieder nicht. Fazit: Exploitainment mit etwas mehr Tiefgang als gewöhnlich.