Ein zwielichtiger Clint Eastwood ist hinter einem Prostetuiertenmörder her
Story:
Detectiv Wes Block (Clint Eastwood) gehört zu eine Sonderdezernat, dass einen Serienkiller sucht. Der Mörder tötet bevorzugt Huren und Nutten aus dem Rotlicht-Milieu. Der geschiedene Block macht sich nachts auf die Suche nach dem Killer und gönnt sich selber ganz gern mal eine Frau in den einschlägigen Kreisen. Anscheinend beobachtet der Irre den Detectiv auf Schritt und Tritt, denn am folgenden Tag ist meist genau die Frau ermordet worden, mit der Block in der Nacht zusammen war...
Dem Titel nach erwartet man hier einen „Dirty Harry“ Klon. „Der Wolf hetzt die Meute“ geht aber einen ganz anderen Weg. Saubermann Clint Eastwood ist selber nicht ganz „sauber“ und gibt sich nachts, während seine Töchter zu Hause sind, am liebsten einer Prostituierten hin. So verfängt er sich in einem Strudel des Tag- und Nachtlebens. Leider bietet das Mittelstück des Films wenig Abwechslung, so dass etwas lange Weile aufkommt. Das spannend Ende kann dabei nicht alles wieder rausreißen.
Musik:
Prägende Musik bleibt größtenteils nur im Rotlicht Milieu zurück. Die Barmusik in den Puffs und Bordells unterstützen die schmutzige und düstere Atmosphäre des Films. Beklemmende, spannend Musik ist stellenweise vorhanden, wenn der Mörder mal wieder zuschlägt und ein Opfer erwürgt. Richtig packend agieren die Instrumente dabei leider nicht. Es fehlt die Würze.
Atmosphäre:
Zwei krasse Gegensätze bestimmen den Film. Auf der einen Seite haben wir den liebenden, fürsorglichen Familienvater, dessen Töchter ihn über alles lieben. Als Cop macht er einen pflichtbewussten Eindruck.
Block hat aber auch eine dunkle Seite. Nachts treibt er sich gern bei Prostituierten rum, um wohl den Schmerz seiner Scheidung zu überwinden (vielleicht war das auch der Scheidungsgrund). Nachdem Block nun ausführlich vorgestellt wurde und seine beiden Seiten beleuchtet wurden, macht er sich auf um den Täter zu stellen.
Über eine in meinen Augen zu langen Zeitraum spielt der Killer mit Block ein „Katz- und Mausspiel“. Block taucht nachts in die Unterwelt ab und versucht Indizien zu finden. Meistens bleibt er aber bei einer Hure hängen, oder eher „stecken“. Der Serienmörder beobachtet alles in Seelenruhe und tötet die Frau, welche am nächsten Tag tot gefunden wird. Zwischendurch versucht Block sich noch um seine Töchter zu kümmern. Ein Part der in diesem Film mehrmals verwendet und überreizt wurde.
Spannend wird es wieder zum Ende hin, als der beginnt sich Wes und seiner Familie zu nähern. Block hat unglücklicherweise nun eine neue Frau an seiner Seite. Ohne das der Detective es merkt, schleicht sich Mörder sich an. Er will ihm seine neue Frau nehmen.
Es dauert nicht lange, bis er auch in Blocks Haus eindringt. Mit letzter Kraft kann Wes Block den irren Killer verscheuchen und sich überzeugen, dass es seinen Töchtern gut geht. Schließlich verfolgt er ihn, ein blutiges Ende auf dem Bahnhof folgt.
Leider ist der Film hier zu Ende. Hätte mir noch eine Schlussszene gewünscht, in der geklärt worden wäre, ob Block sich durch dieses Ereignis verändert hat. Oder möglicherweise seine dunkle Seite besiegt hat.
Besonders hervorzuheben sind in diesem Film die Nachtclubs mit ihren Zimmerchen, die keine prickelnde oder erotische Atmosphäre bieten, sondern wie ein miefiges Lieblingsshirt auf Block wirken. Man weiß, dass es stinkt, aber man zieht es doch immer wieder an, weil man es toll findet.
Schauspieler:
Clint Eastwood wird hier ganz gegen sein Image besetzt, sein Wandel gelingt aber bravourös. Hätte ihm die Darstellung so eines gespaltenen Menschen nach seinen knorrigen Dirty Harry Teilen nie zugetraut. Darstellerisch gehört diese Rolle zu den stärksten in Eastwoods Karriere. Leider macht ein guter Darsteller allein aber noch keinen guten Film.
Übrigens ist Eastwoods Filmtochter auch seine wirkliche Tochter, ein netter Insidergag am Rande.
Fazit:
Der Film besitzt eine hübsch düstere Atmosphäre und einen guten Clint Eastwood. Leider ist der Film streckenweise zu einfallslos, dass verhindert eine höhere Wertung. So läuft er leider erst zum Ende hin wieder zu voller Stärke auf.