Verrisse sind was Feines – aber wenn ich ehrlich bin, gibt es Schlimmeres als die Ruine von Superheldenfilm, die „Catwoman“ nun mal ist.
Trotzdem kann man sich dem generellen Tenor durchaus anschließen: es ist ein verdammt mieser Film, was ich aber weniger der viel geschaßten Halle Berry anhängen möchte, die offenbar mal ihren Agenten wechseln sollte.
Die ist immerhin mit viel Einsatz und Hüftschwung bei der Sache, nur was nützen die besten Ideale, wenn man einen Regisseur engagiert hat, der außer seinen Computerspielereien praktisch keinerlei sichtliches Talent zeigt.
Natürlich ist auch das Drehbuch keine Pfifferling wert, denn es rekapituliert fast deckungsgleich den Werdegang Michelle Pfeiffers aus „Batmans Rückkehr“, nur daß es sich um eine Werbezeichnerin statt einer Sekretärin handelt und die Figur nicht so albern angelegt ist. Beide haben was belauscht, beide müssen sterben, beide tuns auch – und werden dann von irgendwelchen ägyptischen Katzen wiederbelebt.
Daraus entwickelt sich dann letzte Hauch von Plot, einmal eine Pro-Forma-Liebesgeschichte mit einem Cop (oho, auch noch ein Weißer), der Rache an den Verantwortlichen der Kosmetikfirma und diverse kleine Kinkerlitzchen um kätzisches Verhalten (White Russian ohne Wodka, Kahlua und Eis, hohoho...).
Berry hat dann ausreichend Gelegenheiten für hüftschwingende, ausufernde Gänge über den „Catwalk“ hoch oben in den Lüften der Stadt und präsentiert sonst ihr schon viel diskutiertes Kostüm, daß irgendwo zwischen schrillem Fetishmodel und Kindergeburtstag einzuordnen ist.
Was man hier anrechnen kann, ist, daß sie in punkto Bewegungen und Beweglichkeit das Maximum aus dem Nichts von Rolle herausgeholt hat.
Aber für ein zwischenzeitliches Lechzen reicht es ja immerhin, Katzenmaske und Peitsche samt schokobrauner Haut, das sollte reichen – dafür war es auch gedacht.
Dennoch: besser hätte es sein können!
Dafür wären drei Dinge jedoch nötig gewesen:
a) ein Skript, daß nicht wirkt wie die auf 90 Minuten aufgeblasene Version eines möglichen Pilotfilms für das Sonntagnachmittagprogramm, denn inhaltlich gibt es hier nichts zu bestellen, jede SF-Serie im Fahrwasser von Buffy, Xena und co. hat mehr Substanz!
b) Einen Regisseur, der sich seine Sporen nicht nur dadurch verdient hat, daß er ekstatisch geschnitte Actionsequenzen so dilletantisch aneinander leint, daß man vorsichtshalber die Augen schließt, weil man eh nichts erkennen kann und
c) Gerade in so einem Fall sollten dann die PC-Creationen und Animationen nicht auch noch unterste Schublade sein. Die wie angstochen über die Dächer stratzende Catwoman sieht in keiner Szene wie eine reale Figur aus, die Fights sind nicht selten im PC entstanden, die „aufregenden“ Kamerafahrten über die metallisch glänzende Zukunftsgroßstadt sind superkünstlich und die Szene, in der die Katzen Patience wiederbeleben, dürfte die schlechteste Grafik seit langem sein – kaum zu glauben, daß bei diesem unechten Katzenkopf die Endkontrolle ihr Okay gegeben hat.
Von den Mitspielern sollte man dann also auch nicht zuviel erwarten: Benjamin Bratt sorgt ja eigentlich immer dafür, daß man ihn weder sympathisch noch verführerisch (noch talentiert) findet, Lambert Wilson ist ein Bösewicht von der Stange (der angestaubten) und Sharon Stone...ach je, sie war alt und brauchte das Geld – immerhin kann sie Alexis Carrington bisweilen perfekt imitieren.
Ganz im Ernst. Ja, es ist ein ein Mörderklops, aber wenigstens macht er einen nicht wütend wie zumeist in solchen Fällen, sondern wirkt irgendwie belustigend. Und mit Halle wollen ja eh nur alle mal schnubbeln. Rowr, kraul mich Baby: 3/10