Review

Pitof gelang mit VIDOQ ein kleines Fantasy-Meisterwerk, das unter Genre-Liebhabern große Beachtung fand. Dieser Erfolg blieb in Hollywood nicht unbemerkt, so dass ihm infolgedessen die Inszenierung des scheinbaren Blockbusters CATWOMAN anvertraut wurde. Nachdem der Film vom Presse und Kritiker auf der ganzen Welt einheitlich verrissen wurde, waren meine Erwartungen im Keller. Dennoch widmete ich als Comic-Liebhaber 100 Min. meines Lebens diesem Werk.

In diesem BATMAN-Spin-Off schlüpft Halle Berry in die Rolle der schüchternen Grafikerin Patience, die leider zu tief hinter die Machenschaften eines mächtigen Kosmetik-Konzerns schaut und dabei ein gar fürchterliches Komplott lüftet. Leider sind die wahnsinnigen Labor-Ratten so böse, wie es das
schlüpfrige Drehbuch vorschreibt und befördern die unschuldige Amazone mitsamt den chemischen Abfällen ins Meer. Aber wie durch ein Wunder wird sie mithilfe eines mysteriösen Katzenkultes gerettet und wiederbelebt, führt von nun an ein mysteriöses Doppelleben und macht nebenbei mithilfe ihrer neu gewonnenen übermenschlichen Fähigkeiten noch Jagd auf ihre Mörder.


So viel zur Story. Was den Film letztlich zu einem Flop reifen lies, ist die Tatsache, dass der Streifen einfach an allen Ecken und Enden meilenweit von Genre-Highlights wie X-MEN, SPIDER-MAN oder BATMAN BEGINS entfernt ist. Dies liegt neben der grottigen Inszenierung und den für aktuelle Hollywood-Projekte miserablen Spezialeffekten vor allem an den inhaltlichen Schwächen. CATWOMAN's Charakter stellt nichts anderes als eine scharfe Mieze im Lack- und Leder-Kostüm dar, die die männlichen Zuschauer peitschen-schwingend ins Kino locken sollte. Dass dabei vergessen wurde, um die Hauptdarstellerin eine vernünftige Story und Charakter-Zeichnung zu entwickeln fällt hier entscheidend ins Gewicht. Zudem sehen die akrobatischen Aktionen der mutierten Super-Muschi so natürlich aus wie Cher's Grinsen nach der 14. Gesichts-OP.


Trash as Trash can! Das und nichts anderes ist aus diesem Versuch, im erfolgreichen Fahrwasser diverser Comic-Verfilmungen zu schwimmen, herausgekommen... und darin liegt auch begründet, warum ich mich trotz der erwähnten Schwächen über mehr als anderthalb Stunden durch unfreiwilligen Humor und dilettantische Inszenierung kurzweilig unterhalten konnte - unter der Voraussetzung, dass man den Streifen zu keiner Sekunde ernst nimmt!

„Überirdisch - CATWOMAN rettet das Action-Kino."
Dieses Zitat des Kultur-Spiegels (!!!) ist auf der Front-Seite der DVD abgedruckt. Wer ernsthaft an diese Kritik glaubt, wird an dem Streifen keine Freude haben - garantiert! Für Trashfans und in gesellige Bier-Runden offenbart der Film garantiert einen gewissen Unterhaltungswert.


(5 / 10)

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