Halle Berry spielt die Mitarbeiterin eines Kosmetik-Unternehmens, die feststellt, dass ihre Vorgesetzten ein neues Mittel auf den Markt bringen, obwohl sie sich im Klaren darüber sind, dass dieses giftig ist und in Folge dessen getötet wird. Auf wundersame Weise, kehrt sie jedoch als Catwoman von den Toten zurück und beginnt mit der Jagd nach ihren ehemaligen Vorgesetzten.
Am großen Erfolg der "Batman"-Reihe und der Comic-Verfilmungen wollten wohl auch die überaus intelligenten Produzenten von Catwoman teilhaben. Also nahm man sich einfach die Figur, die in "Batmans Rückkehr" noch von Michelle Pfeiffer gespielt wurde und besetzt diese nun mit Halle Berry. Leider haben unsere spitzfindigen Produzenten es nicht auf die Reihe bekommen, eine einigermaßen sinnstiftende, oder wenigstens solide Story um Halle Berry und Catwoman zu basteln. Während Spider-Man ganze Städte retten darf, Supermann die Welt, das Universum und einfach alles vor der Zerstörung bewahrt und die Transformers die ganze Welt retten, darf Catwoman verhindern, dass eine Creme auf den Markt kommt, die böse Hautschäden verursacht. Ohne diese Tat irgendwie abwerten zu wollen, kann man durchaus sagen, dass sie jetzt nicht unbedingt spektakulär genug ist um mit anderen Comic-Verfilmungen mitzuhalten. Die einzelnen Wendungen sind komplett lächerlich und vorhersehbar und könnten kaum dämlicher sein, in diesem ganzen Film gibt es nicht einen Moment, der auch nur ansatzweise von den Stereotypen abweicht. Darüber hinaus nervt neben der lächerlichen Handlung auch die aufgesetzte Love-Story von Berry mit einem Polizisten, die auch nicht mehr als ein Lückenfüller ist. Alles in allem logiert "Catwoman" in der Rangliste der schlechtesten Drehbücher überhaupt ganz weit oben.
Immerhin holt man sich einen halbwegs fähigen Regisseur ins Boot, nämlich Pitof (Ja, der man heißt so), der mit Vidoq bereits einen skurrilen Film mit einer überaus bunten Umsetzung lieferte, wie man sie bei einer Comic-Verfilmung benötigt. Die Story spult er mit einem schnellen Tempo ab und sorgt somit dafür, dass der Film immerhin mäßig unterhalten kann und zu keinem Zeitpunkt richtig langweilt. Musik und Kulisse sind natürlich sehr modern, wie man es auch von anderen Filmen des Genres kennt. Viele andere Comic-Verfilmungen machten mit einem gesunden Humor oder mit einer gespannten Atmosphäre wieder wett, was sie bei der Story verschenkten, doch bei Catwoman fehlt es sowohl an Spannung, als auch an Humor und auch der Versuch, den Film durch Catwomans Love-Story auf eine emotionalere Ebene zu verfrachten, scheitert selbstverständlich. Aber bei Comic-Verfilmungen geht es doch eigentlich sowieso nur um die Action, doch auch diese kommt bei "Catwoman" leider ein bisschen zu kurz. Es gibt im Prinzip keine aufwendigen Computertricks wie bei "Spider-Man" oder bei "Transformers", sondern eher billige Nahkampfszenen. Diese sind jedoch einigermaßen gelungen und tragen zur akzeptablen Unterhaltung bei, wobei man dem Film auch eine gewisse Kurzweiligkeit nicht absprechen kann.
Kommen wir noch einmal zu unseren spitzfindigen Produzenten zurück. Diese dachten sich wohl, dass man, wenn man schon einmal einen weiblichen Superhelden in die Hauptrolle verfrachtet, auch nicht mit Reizen geizen sollte. Hier kommt Halle Berry ins Spiel, von der unsere Produzenten spätestens seit "Monster`s Ball" und "Password: Swordfish" wussten, dass sie sich überaus gern vor der Kamera entblättert. Die Oscar-Preisträgerin ist in diesem Schundfilm leider fehl am Platz, auch wenn ihre Leistung einigermaßen akzeptabel sein mag. Sie wertet sich nach ihren guten Leistungen als Charakterdarstellerin wieder zu einem billigen Sexobjekt ab und bekommt dafür folgerichtig die Goldene Himbeere. Sharon Stone, die sowieso dafür bekannt ist, dass sie nicht unbedingt mit dem größten Talent gesegnet wurde, spielt relativ akzeptabel und ist in der Rolle der skrupellosen Kosmetik-Verkäuferin sehr diabolisch. Der übrige Cast ist ebenfalls solide.
Fazit:
Durch einigermaßen gelungene Action-Szenen, die für eine Comic-Verfilmung dennoch recht enttäuschend sind kann Catwoman mäßig unterhalten, weswegen ich 4 Punkte vergebe. Durch die desolate und klischeehafte Story, das Fehlen von Spannung und Atmosphäre und die erschreckende Humorlosigkeit verspielt "Catwoman" jedoch alle Chancen über das untere Mittelmaß hinauszukommen. Nur für Fans des Genres zu empfehlen.