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Was bewegt einen eigentlich dazu, sich einen Film aus der Videothek auszuleihen? Meist ist es der Inhalt eines Films, des öfteren sind es die mitwirkenden Schauspieler und der Regisseur. Und manchmal sind es auch positive Kritiker-Zitate, welche vor allem kleinere Label gerne zur Werbung nutzen. Auch bei "Mayhem" war das der Fall. Laut eines bekannten amerikanischen Kritikerblattes, soll es sich bei diesen Streifen nämlich um einen Psychothriller der spannendsten Sorte handeln. Und so etwas könnte man heutzutage auch wirklich mal wieder gebrauchen. Und nach Ansicht von Mayhem kann man diesem Kritiker-Zitat auch durchaus zustimmen. Aber das macht trotzdem noch lange keinen guten Film.

"Mayhem" ist einer der Filme, bei denen man eigentlich die Bewertung der Story von der Bewertung der Inszenierungs trennen müsste. Denn beides verhält sich hier ungefähr so zueinander wie Feuer zu Wasser. Die Story des Films ist nämlich wirklich gut geworden, genauso wie das Drehbuch. Der Streifen basiert auf einem Buch der Schriftstellerin Dorothy Tristan, die glücklicherweise auch das Drehbuch beigesteuert hat. Sie schafft es in ihrer Geschichte um einen Filmemacher, der in die Fänge zweier Kannibalen-Ladys gerät, kontinuierlich Spannung aufzubauen, die bis zum Schluss nicht abreisen will. Interessante Wendungen und eine kluge Handlung, können dem Zuschauer wirklich 2 spannende Stunden bescheren, ohne größere Längen oder tiefere Logiklücken.

Schade nur, dass es aber bei Inszenierung so hapert. Denn diese kommt leider nicht über Trash-Niveau hinaus. Durchgehend sind sowohl die Kameraführung, als auch die restlichen Details wie Regiearbeit, Sounduntermahlung und Kulissenauswahl nicht sonderlich der Rede wert. Vor allem die stümperhaften Special Effekts enttäuschen. Als z. Bsp. eine der alten Ladys ihrem Opfer einen Finger abschneidt, sieht man deutlich heraus, dass es sich dabei nur um eine Attrappe gehandelt hat. Ein wenig mehr Mühe hätte es bei vielen Dingen deutlich gebraucht. Nur die Animationsszenen, am Anfang und am Ende des Streifens, können wirklich gefallen.

Was die Atmosphäre angeht, so kann der Film wenigstens in den ersten Minuten punkten. Die eingeschneiten Landschaften und der Psychoterror der alten Ladys, verfehlen seine Wirkung nicht. Schade nur, dass es damit dann bald vorbei ist. Denn von einer wirklichen Atmosphäre kann man im weiteren Verlauf dann, trotz der spannenden Handlung, nicht mehr richtig reden.

Darstellermäßig sticht eigentlich nur Hauptdarsteller Alex McArthur heraus. Er meistert seinen Part doch erstaunlich gut. Alle anderen wirken dagegen recht blass, vor allem die beiden alten Kannibalinnen wurden recht schlecht gecastet. Schade!

Fazit: Innen Hui, außen Pfui, so ungefähr könnte man diesen Streifen, in wenigen Worten, beschreiben. Während sowohl Story als auch Drehbuch und Handlung wirklich exzellent sind und viel Raum für knisternde Spannung übrig haben, so ist die Inszenierung des ganzen Geschehens mehr als billig geraten. Somit verliert der Film doch zusehends an Klasse und Atmosphäre, die es bei einer besseren Regiearbeit und einer aufwändigeren und ordentlicheren Inszenierung, durchaus hätte geben können. Für einen spannenden Abend reicht es aber allemal!

Wertung: 6/10 Punkte

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