Ein von der Außenwelt durch einen dichten Wald abgeschnittenes Dorf wird immer wieder von mysteriösen Gestalten heimgesucht. Pfarrer und Lehrer Edward Walker ist sich sicher: Die "Unaussprechlichen" sind dafür verantwortlich und wollen damit verhindern, dass jemand der Bewohner die Dorfgrenze überschreitet. Als aber Lucius Hunt Opfer eines Anschlages des geistig zurückgebliebenen Noah wird, der Ablehnung von dessen Verlobter Ivy Walker nicht verkraften kann, ist Hilfe von außerhalb des Dorfes nötig, um den Schwerverletzten zu heilen. Eine Situation, die Edward dazu zwingt, Ivy, die in die Stadt will, um Medikamente zu besorgen, ein fundamentales Geheimnis zu offenbaren. Die Tatsache, dass Ivy blind ist, hat dabei eine ganz besondere Bewandtnis.
Edward stellt sich dabei gegen den Willen der anderen, die sich auf den Eid berufen, den jeder geschworen hat und steht dabei vor den Trümmern seiner Überzeugung.
Das Motiv der Ureinwohner des Dorfes, sich einen isolierten Mikrokosmos zu schaffen, waren erschütternde Erfahrungen in der Zivilisation; einer verrohten Welt, die klassische Werte ablehnt und durch egoistischen Utilitarismus ersetzt. Um aber das Fortbestehen dieser idealen kleinen Welt ohne Hass und Lügen zu sichern, sah man sich zu einer ungleich größeren Lüge gezwungen. Edward schürte den Mythos der "Unaussprechlichen", indem er zusammen mit den übrigen Dorfältesten deren Angriffe und Erscheinungen fingierte.
Der Synkretismus aus ursprünglichen christlichen Wertvorstellungen, okkultem Aberglauben und heidnischen Glaubenselementen, wie dem Ritual der Opfergabe, macht die Ahnungslosen unter den Bewohnern anfällig, an die Gespenstergeschichte zu glauben und unfähig, von ihren respektierten Mitbewohnern Lügen zu erwarten.
THE VILLAGE ist ein außergewöhnlicher Film, der durch seine bedrückende Musik und tristen Bilder eine ganz besondere Stimmung schafft und sich die Zeit nimmt, die unterschiedlichen Figuren sorgfältig zu inaugurieren und die Motive und Beweggründe der Charaktere zu beleuchten.
Das begrenzte Areal, das geographisch durch einen Wald und ideologisch durch die Sehnsucht nach einer idealen Welt von seiner verhassten und gefürchteten Umgebung getrennt ist, macht es möglich, ein breites Spektrum menschlicher Gefühle und Konflikte wie verschmähte Liebe, Eifersucht, Verlustangst, Angst vor Veränderung, vor Unbekanntem, Neuem und Fremdem, die auf wenige Personen reduziert werden, abzubilden.
THE VILLAGE ist ein, selbst in Nebenrollen, namhaft besetzter Film, der Versatzstücke aus den Filmen THE TRUMAN SHOW, PLEASANTVILLE und BLAIR WITCH PROJECT enthält, über ein enigmatisches Mysterium, dessen Lösung mehr als rational ist.
Das Finale des Filmes, das eine weitere überraschende Wendung bereithält, lockert den Gegensatz zwischen Realem und Idealem endgültig, indem es die zunächst pejorativ illustrierte abgelehnte Gesellschaft der Außenwelt aufwertet und die eigene Idee der Doppelmoral entlarvt und damit abwertet.
Kleine Fußnote: Was man schlussendlich noch mitnehmen kann, ist die Erkenntnis, dass die Drohung mit so genannten „stillen“ Orten kein neuartiges pädagogisches Konzept einer berüchtigten Sendung eines noch berüchtigteren Privatsenders ist.
In der Schlussabrechnung ist THE VILLAGE ein weithin unterschätzter Mystery-Thriller, der sich bisweilen in der eigenen Tiefe verliert und zum Teil an Filme von Ingmar Bergman erinnert, da auch hier zunächst ein pessimistisches Menschenbild vermittelt wird, das dann im abschließenden Resümee revidiert wird.