Ein kleines Dorf ist von der Außenwelt abgeschnitten, da im Wald um den Ort geheimnisvolle Wesen leben "Die Unaussprechlichen", deren Reich die Dorfbewohner nicht betreten dürfen. Als schließlich der schweigsame Handwerker Joaquin Phoenix von dem geistig behinderten Adrien Brody mit einem Messer schwer verwundet wird, fasst seine blinde Verlobte Bryce Dallas Howard den Entschluss in die nächste Stadt zu gehen, um Medizin zu besorgen.
Die Grundidee ist zunächst gut und die Auflösung am Ende ist brilliant. Zudem schafft des Skript es, einen Liebesfilm mit einem Mystery-Thriller zu kombinieren und verschachtelt die beiden Handlungsstränge gut ineinander. Die Charaktere haben durchaus eine gewisse Tiefe, wobei hier zu bemängeln wäre, dass einige ein wenig stark überkonstruiert wurden. Ansonsten hat der Film wirklich viel Potential und bemüht sich sogar grundlegende Fragen über die menschliche Zivilisation aufzuwerfen und erspart sich über die gesamte Länge des Films nervige Gut-Böse-Klischees.
Die Umsetzung ist leider nicht ganz so gut gelungen. Am Anfang kommt der Film recht schnell zur Sache, tritt dann aber in der Phase, in der subtile Spannung aufgebaut werden soll stellenweise auf der Stelle, wobei sich wenigstens die Beziehung von Brody und Howard weiterentwickelt. Die Szene in der die Unaussprechlichen erstmals zu sehen sind, ist ein wenig lächerlich und beinahe schon ungewollt amüsant, doch der Film bekommt schnell die Kurve und bleibt bis zur Auflösung spannend. Das Ende, bei dem die blinde Bryce Dallas Howard allein durch den Wald irrt ist spannend und gut gelungen, zieht sich aber ein wenig in die Länge. Alles in allem ist der Film von der ersten bis zur letzten Minute überaus unterhaltsam und zwischendurch sogar spannend.
Die Filmmusik ist sehr gut gelungen und unterstreicht die gespannte und bedrohliche Atmosphäre sehr gut, bleibt dabei aber stets subtil und bleibt unauffällig, weswegen sie zurecht für den Oscar nominiert wurde. Die Kulisse ist hervorragend. Das Dorf ist idyllisch und doch geheimnisvoll, wirkt ruhig und doch gefährlich. Der Wald vermittelt eine bedrohliche Atmosphäre und Shyamalans liebevolle Darstellung der Häuser vermtitelt dem Film eine gute Optik. Auch Kamera, Bild und Ton sind gut, technisch ist der Film hervorragend gelungen und die Atmosphäre der Angst besteht von der ersten bis zur letzten Minute.
Von einigen Zuschauern wurde bemängelt, dass der Film in seinen Trailern Blutvergießen und Horror vom Feinsten versprechen würde. Doch, wenn man auf dem Kinoplakat oder auf der DVD die FSK ab 12 Altersfreigabe liest, sollte man sich im Klaren darüber sein, dass man dies vermutlich nicht geboten bekommt. Außerdem ist Shyamalan bisher in allen seinen Filmen ohne Blut und Effekte ausgekommen. Ich persönlich finde es sogar sehr gut, dass es keine derartige Szene im Film auftauchen, sondern Wert auf die Atmosphäre gelegt wird. Shymalan setzt einmal mehr auf subtilen Thrill und beweist Konsequenz, die er hoffentlich auch in Zukunft beibehält. Denn billiges Blutvergießen kann jeder Regisseur auf die Leinwand bringen.
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Das einzige, was ich bemängeln würde, ist der schlechte Zeitpunkt der finalen Wendung. Es wäre besser gewesen, wenn man erst am Ende preisgegeben hätte, das die Dorfältesten selbst hinter den Unaussprechlichen stecken. Der Film verliert durch die Wendung ein wenig an Fahrt.
Die Motivation der Dorältesten, diesen Ort am Leben halten zu wollen ist wiederum hervorragend, beinahe Philosophisch und Zivilisationskritisch. Hier hat Shyamalan einen sehr guten Ansatz gefunden. Sämtliche Klischees werden vermieden, sodass der Zuschauer sich selbst ein Urteil über das Gesehene bilden kann.
Einige sagen Shyamalan nach, dass seine Filme immer schlechter werden, aber auch dem kann ich nur bedingt zustimmen. Sicherlich hat the village nicht die Klasse von the Sixth Sense und Unbreakable, ist aber auf jeden Fall besser als der langatmige Thriller Signs.
Bryce Dallas Howard ist in einer Hauptrolle zu sehen und spielt dafür, dass es sich um ihre erste größere Rolle handelt sehr gut. Ich finde es überaus geschickt, die Hauptrolle mit einer Unbekannten zu besetzen und die Stars in Nebenrollen spielten zu lassen. Durch einen altbekannten Hollywood-Darsteller hätte am Ende, als die hübsche Blinde durch den Wald irrt bei weitem nicht so viel Spannung aufgebaut werden können. Joaquin Phoenix ist in der Nebenrolle als Verlobter von Howard zu sehen und spielt den schweigsamen Handwerker sehr gut. Oscar-Preisträger Adrien Brody zeigt sich in der Rolle des geistig Behinderten sehr gut und beweist einmal mehr seine Klasse. Oscar-Preisträger William Hurt ist ebenfalls sehr stark in der Rolle eines Dorfältesten, genauso wie Sigourney Weaver, die ebenfalls eine der Dorfältesten spielt.
Zusammenfassend ist "The Village" ein spannender Mystery-Thriller, der durch seine gute und vielschichtige Handlung und seine gespannte Atmosphäre subtile Spannung erzeugt. Wer jedoch auf Blut, Horror und Gedärme aus ist, wird an diesem Film kaum Gefallen finden.