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M. Night Shyamalan ist bekannt für ruhige, doch kraftvolle Bilder, für eine klassisch sanfte Erzählweise, die jedoch hart unterbrochen wird. Entscheidend ist auch eine intelligente, spannende Idee, die seinen Filmen Inhalt verleihen. Nach "Sixth Sense", "Unbreakable" und "Signs" folgt auch "The Village" dieser Tradition.

Covingtion, ein Dorf in Pennsylvania: Hier herrscht die Idylle der Landdörfer Anfang des 19. Jahrhunderts. Doch inmitten eines Tals liegend, birgt dieses Dorf ein gefährlicher Pakt. In den Wäldern um das Dorf leben der Legende zufolge Kreaturen, Fleischfresser, mit denen eine Vereinbarung geschlossen wurde. Die Einwohner von Covington betreten den Wald nicht, die Kreaturen überschreiten dafür die Grenze zum Dorf nicht. Doch auf einmal findet man Warnungen auf, die darauf deuten, dass diese Vereinbarung endet...

Shyamalan packt wieder aus, und eins muss man ihm lassen: Seine Ideen sind interessant, und vorallem anders als die klassische Hollywood-Ware. Mit ruhiger, aber kärftiger Bildkomposition liefert uns der Regisseur eine Idylle, wie jeder sie kennt. Doch da ist diese unsichtbare Bedrohung, die Geräusche im Wald. Und irgendwie kann diese Gefahr auch den Zuschauer erfassen. Dabei benutzt Shyamalan die alte Schule, Kameraeinstellungen und damit vermittelte Atmosphäre statt Special Effects ist sein Ressort. Durch die ruhige Art der Erzählung der Geschichte, die gut gewählten Dialoge und einem ausgezeichneten Joaquin Phoenix, der eine zentrale Rolle im Film einnimmt, kann der Film eben dann erschrecken, wenn Schockeffekte die Idylle zerreissen. Auf ihnen lastet so eine Macht, dass sie es oft schaffen, bei dem einen oder anderen wirklich durch Mark und Bein zu gehen.
Doch so intelligent und interessant die Idee ist, die Shyamalan entwickelt, so störend sind auch Durchhänger der Erzählung, vorallem in Szenen in der Mitte des Films. Der Regisseur erwartet viel vom Zuschauer, viele dialoglastige Szenen dauern lange, wechseln die Kamera selten oder gar nicht. Ein großes Problem von Shyamalan ist auch, dass man seine vorherigen Filme inzwischen kennt. Er entwickelte eine Struktur, die den Zuschauer immer inhaltlich überrascht. Doch genau das hat zur Folge, dass man alles Gesagte in Frage stellt, denn so einfach würde ein Shyamalan es dem Zuschauer doch nie machen, oder doch?

Ich gebe zu, mich konnte das Ende wieder mal überraschen, die Schockeffekte waren gezielt gewählt, und konnte auch mich zusammenzucken lassen. Dialoge und Atmosphäre waren stimmig, doch insgesamt wirkte der Film an einigen Stellen zu langatmig, der Geschichte hätte eine straffere Erzählung bestimmt nicht geschadet.
Nach dem vierten Film mit gleicher Struktur sollte sich Shyamalan nun jedoch neue Gefilde suchen, sonst werden seine nächsten Filme vorausschaubar, was sich bei "The Village" glücklicherweise nur an einigen Stellen zeigt. Für Mysteryfans ein absolutes Muss, für Actionfans oder Dialogmuffel nichts, "The Village" ist ruhiges Kino, dass es nur noch selten gibt.

Insgesamt 7/10

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