Thrill, Schocker, Spannung alle diese Aspekte vereint M. Night Shyamalan gekonnt in seinen Filmen, welche dadurch auch bisher immer geprägt waren. Doch Shyamalan ist bekanntlich Inder und ein Klischee attestiert seinen Landsleuten, dass sie gute Schachspieler und Taktiker sind. Na ja, Klischees sind nicht nur nervig, deren Wahrheitsgehalt ist teilweise verblüffend.
Diese Review würde deutlich zuviel über „The Village - Das Dorf“ verraten, wenn sämtliche Kriterien erläutert und umschrieben werden. Ferner würde eine detaillierte Schilderung der inhaltlichen Aspekte und des Aufbaus an sich schon den Rahmen einer Rezension sprengen.
Deshalb beschränkt sich diese Kritik auf eine Art Beschreibung, was erwartet werden kann, obgleich jeder das individuelle Vergnügen haben sollte.
Selten war ich so erstaunt, als ich das Ende eines Films erlebt habe. Nicht weil es sonderlich schockierend war, oder die ultimative Pointe beinhaltet, sondern weil die Innovation gepaart mit einigen Überraschungen ein sanftes, dauerhaftes Lächeln auf meinen Lippen hervorgerufen hat.
Nahezu unbeschreiblich sind auch die Stimmungsschwankungen, welche durchlebt werden. Im ersten Teil des Films wird der Inhalt um die Dorfbewohner mit dem Geheimnis des düsteren, mysteriösen Waldes derart „plattgewalzt“ sowie darüber hinaus zwischenmenschliche Beziehungen umfassend beschrieben, dass gemessen an den Erwartungen, Langeweile aufkommt. Doch dann, als der Schatten beleuchtet wird und die Wahrheit ans Licht kommt, beginnt das Spiel, was Shyamalan inszeniert. Eine untypische Pointe von progressiver Natur offenbart die Genialität des Inders in aller Deutlichkeit. Letztendlich bietet er der vermeintlichen Zielgruppe genau das, was sie nicht sehen möchte, nämlich eine tiefgründige Story und Intention.
Es ist schon unglaublich dreist, wie Shyamalan das Mainstream-Publikum und die Genrefans ködert und dann derart fallen lässt. Ich habe mich köstlich amüsiert, als ich die enttäuschten Gesichter gesehen habe. Die Innovation hat einen neuen Namen - M. Night Shyamalan. Das grenzt schon an arglistige Täuschung! Gratulation dafür! (8/10)