Review

Spannung habe ich erwartet. Nervenkitzel. Adrenalinschübe und schwitzige Hände. Und genau das bekommt man auch, wenn man the Village sieht.
Die Atmosphäre ist bedrohlich dicht und die Umgebung gespenstisch. Fast in jeder Einstellung der Kamera läuft einem ein Schauer über den Rücken. Nicht selten zuckt man bei diesem Film vor Schreck zusammen.
Und die fantastische Kulisse und die wundervollen Schauspieler runden den Genuss ab. Vor allem Bryce Dallas Howard als blinde, mutige Ivy sticht hier sehr stark hervor. Auch der Hauptdarsteller Joaquin Phoenix, als der stille aber mutige Lucius zeigt sein volles Können. Schon wie in dem Film “8 Millimeter“ weiss er durch seine Mimik zu fesseln. Leider ist dafür aber die Leistung von Adrien Brody, als geistig zurückgebliebener Noah etwas unter dem normalen Standards von ihm. An die Leistungen aus Filmen wie “Der Pianist“ kommt er dieses Mal nicht ran.
Immer wieder wird man in die Irre geführt. Immer wieder lenkt der Regisseur M. Night Shyamalan in eine andere Richtung und lässt ein anderes Licht auf die Story scheinen.
Dieser Film ist der pure Grusel. Und das beeindruckende daran ist, dass dafür keine großartigen CGI-Effekte benötig wurden, sondern, dass man auf die wahre Angst, die Angst vor der Dunkelheit und vor dem Ungewissen zurückgegriffen hat. Die Angst, die man hat, wenn es nachts dunkel wird, die Angst die man hatte, als man als Kind nicht unter sein Bett gucken wollte. All diese Urängste sind nichts, gegen das hier Gebotene.
Doch leider, es tut mir im Herzen weh, wird diese Stimmung buchstäblich zunichte gemacht. Mich persönlich hat das Ende des Films wütend gemacht. Es ist so an den Haaren herbeigezogen, dass man es einfach nicht wahr haben möchte. Ich wäre besser damit klar gekommen, und würde den Film im Nachhinein besser finden, wenn man mir kurz vor Ende gesagt hätte, dass ich doch bitte meine Ohren und Augen zuhalten solle. Damit wäre ich echt zufriedener gewesen. Dieses Ende versaut alles, was der Film im Vorfeld so mühsam aufgebaut hat. Wie ein abstürzender Jet schießt der Spannungsbogen zu Boden. Total zertrümmert und nicht mehr zu retten. Shyamalan hat damit seine Arbeit selber zerstört. Was ich auch eventuell gedacht habe ist, dass der Regisseur zum Ende hin einfach keinen Bock mehr hatte und mal schnell ein Ende zusammen geflickt hat. Zumindest sollte sich Shyamalan in Zukunft davon Lösen, als Markenzeichen “unvorhersehbare“ Enden einzusetzen. Mit der Zeit klappt das nicht mehr oder wird langweilig.
Irgendwie erinnert mich dieses Ende an meine Kindheit in der Grundschule. Da hieß es dann “Schreibt mal eine schöne Gruselgeschichte“. Das taten wir dann alle, doch da wir nicht so kreativ waren, endeten die Geschichte immer damit, dass der Wecker klingelte und die Person aus der Story nur geträumt hatte. Damit waren wir immer fein raus. Zwar war es lasch, aber für unser Alter sehr klug. Doch wenn Shyamalan sein Ende ähnlich macht und sich somit geschickt aus der Geschichte stiehlt, dann wirkt das nur noch sehr, sehr billig und enttäuschend. Seit dem Ende von Final Fantasy: The Spirit within hat mich kein Ende mehr so gefrustet, wie dieses. Eigentlich ist dieses Ende aber noch schlimmer.
Was dem eigentlich tollem Horrorfilm aber auch noch einen faden Beigeschmack gibt, ist die Tatsache, dass Shyamalan versucht hat Probleme und Motive aus der heutigen Zeit in seine Geschichte zu packen. Auch das bring den Karren zum holpern und stoppen.
Meine Wut ist immer noch am brodeln, deswegen erwarten sie bitte kein eindeutigen Schlusssatz.......

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