Review

Inhalt:
Ort der Handlung ist ein typisches Dorf des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Beinahe typisch: Vom Wald umgeben leben die Bewohner abgeschottet von jeglicher Zivilisation. Der Wald um sie herum birgt zudem schreckliche Monster, natürliche Feinde des Menschen. Um dem Verderben vorzubeugen haben die Dorfältesten mit den Monstern einen Pakt geschlossen: Die Grenze zum Wald bleibt Grenze und somit Tabu. Doch dann kommt es unerwartet zu einem Grenzübertritt und die Monster drohen, ins Dorf ein zu fallen. Als dann noch ein Verbrechen innerhalb des Dorfes geschieht, droht die Idylle für die Dorfgemeinschaft endgültig auseinander zu brechen.
Kritik:
"The Village - Das Dorf" ist, um es gleich vorweg zu nehmen, ein meiner Ansicht nach schwer enttäuschendes Machwerk von einem Regisseur, der sich offenbar gedacht hat, er könne sich nach drei guten Filmen nun alles erlauben. Wie erwartet fließt ihm das Geld tatsächlich in Strömen in die Taschen. Doch bei der Bewertung eines Filmes tangiert mich die Meinung der Mehrheit nur geringfügig.
"The Village" ist zunächst aufgebaut wie jeder Shymalan-Streifen zuvor. Leiser Spannungsaufbau, geschickt gestreute Schockeffekte, ruhiger Handlungsfluss, getragen von Sound, Musik und Darstellern, das alles eingefangen in geniale Bilder. Und zu guter Letzt ein Knalleffekt am Schluss, der der Filmaussage eine unvorhergesehene Wende gibt. Das alles mag nach drei Erfolgen abgenutzt sein, aber das ist nicht einmal das Problem des neuesten Outputs des gebürtigen Inders. Vielmehr gelang es dem Regisseur diesmal nicht, aus diesen Versatzstücken ein irgendwie unterhaltsames Projekt auf die Beine zu stellen. Der leise Spannungsaufbau ist gar kein Spannungsaufbau. Ein Aufbau vielleicht, da die Storyline sicherlich zuspitzende Elemente enthält. Nur spannend ist das alles nicht. Geschickt sind diesmal auch die Schockeffekte nicht. Derer gibt es gerade mal drei, die zudem nur im Kino aufgrund der Lautstärke Wirkung zeigen dürften. Einen ruhigen Handlungsfluss mag der Film allemal haben, man mag sagen: zu ruhig. Sound und Musik sind wie immer sehr gelungen, wenngleich sie natürlich mangels Schocker- bzw. Gruselelemente nicht wirklich präsent sind. Die Darsteller sind durch die Reihe genial (ein Mitgrund, den Film nicht völlig in der Luft zu zerreißen): Auch Bruce Willis und Mel Gibson boten zwar in den Vorgängerfilmen des Regisseurs die absoluten Höchstleistungen ihrer Karriere, aber all das war nichts gegen die Bühnenpräsenz von William Hurt, das beeindruckende Spiel der Hauptdarstellerin oder die Darstellungskunst Adrien Brodys. Kameraarbeit ist ebenfalls ein Highlight das Filmes. Die geniale Kulisse ist geschickt eingefangen, die Mordszene des Films gehört mit zu den Besten man möchte fast sagen: der Filmgeschichte. Tja, und das Ende des Filmes?! Shyamalan ist bekannt für seine Schlusswendungen. Diese kam in "The Sixth Sense" eiskalt und schockte den Zuschauer durch ihre Intensität. In "Unbreakable" war sie subtiler, jedoch von bitterem Zynismus, der Einem eine Gänsehaut über den Rücken laufen ließ. "Signs" war auf ersten Blick in der Hinsicht von schwächerer Natur. Sehr direkt und aufgesetzt kam die Schlusspointe daher, beim Überdenken hatte sie jedoch einen großartigen philosophischen Ansatz. Naja, zum Überdenken hatte ich keine Zeit, da ich "The Village" einmal sah und ihn vermutlich nie wieder sehen werde. Der Film beinhaltet drei solcher Wendungen. Die erste schockt (es ist besagte Mordszene), findet jedoch nach bereits 60 Minuten statt. Die zweite kommt unwesentlich später. Sie überrascht zwar und regt zum Nachdenken an, erweist sich aber als etwas einfallslos. Und: Sie nimmt dem Film die Spannung. Und zwar die Spannung über die letzte Stunde des Films, der vielleicht größte Fehler Shymalans. Hauptsächlich dadurch wird das Machwerk ungemein träge und langweilig, nachdem bereits der Aufbau der Situation in der ersten Hälfte des Films reichlich banal wirkte. Die dritte Wendung folgt dann wie erwartet am Schluss. Sie ist dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass sie gar nicht mehr überrascht. Sie lässt den Film (insbesondere seine zweite Hälfte) als absurd da stehen.
Alles in allem fühlte ich mich von dem Regisseur etwas auf den Arm genommen. Und das nicht einmal (wie bei "Signs", der teilweise ähnlich lachhaft war) mit einem guten Film, sondern mit einer ermüdenden, trist-deprimierenden Schmonzette, irgendwo zwischen "Signs" und "Schlafes Bruder", nur eben viel viel langweiliger.

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