The Village – Das Dorf, der neue Film von M. Knight Shyamalan (The 6th Sense, Unbreakable, Signs) läuft seit heute in den deutschen Kinos. Grund genug, mal wieder einen schaurig schönen Abend im Lichtspielhaus zu verbringen, waren Shyamalans Werke doch bisher immer atmosphärisch dicht, überraschend und recht mystisch/gruselig.
Zur Story:
Wir schreiben das Jahr 1897. Ein kleines Dorf (ich habe jetzt leider den Ortsnamen vergessen) mit etwa 50-60 Einwohnern liegt in einer Senke umschlossen von Wäldern. In diesen Wäldern leben Wesen, die nur "die Unaussprechlichen" genannt werden. Doch die Bewohner haben eine Vereinbarung mit diesen Kreaturen getroffen: sie halten sich aus dem Wald fern, dafür lassen die Wesen das Dorf in Frieden. Zur Besänftigung werden von den Bewohnern Tieropfer erbracht und alles, das die Farbe Rot (die "böse Farbe") enthält vergraben oder sonstwie beseitigt.
Plötzlich tauchen im Dorf gehäutete tote Tiere auf, die die Bewohner für Opfer von Koyoten oder Wölfen halten. Als dann auch noch ein Wachposten nachts einen der Unaussprechlichen zu Gesicht bekommt, macht sich Besorgnis breit.
Lucius (Joaquin Phoenix) bittet dennoch den Ältestenrat, durch den Wald in die Stadt gehen zu dürfen, um Medikamente zu besorgen. Eines Tages wagt er ein paar Schritte in den Wald. Und plötzlich tauchen die Wesen im Dorf auf, es finden sich rote Markierungen auf den Türen und Angst breitet sich aus...
Das alles ist eine recht gute Ausgangsidee, aus der wahrlich ein schöner Mysterie-/Gruselstoff hätte entstehen können...aber es bleibt beim "hätte". Denn Mr. Shyamalan scheint dieses Mal der Meinung gewesen zu sein, dass noch viel weniger als bisher mehr sei. Im Endeffekt schleicht sich der Film zu 85% durch tiefe Dialogschichten, die mit dem Mysterium der Waldwesen nicht viel zu tun haben. Vielmehr steht das zwischenmenschliche Hin und Her zwischen einigen jungen Dorfbewohnern, so auch zwischen Lucius und der blinden Ivy (Bryce Dallas Howard), im Vordergrund. Nicht, dass man etwas gegen gute, vielschichtige Dramen hat, aber in einem Shyamalan-Schocker erwartet man als Zuschauer schon etwas anderes.
Die wirklich gruseligen Szenen beschränken sich zusammengefasst auf vielleicht sieben bis acht Minuten. In diesen kommt aber wirklich richtig dichte Atmosphäre auf. Schön ausgeleuchtete Sets, Nebel, Dunkelheit, das Geschehene wird im Verborgenen gehalten, die unheimlich pulstreibende Musik, bis hin zu den drei bis vier wirklich bösen Adrenalin-Schocks... das ist wirklich nicht übel, doch es ist leider viel zu wenig, und reicht vielleicht, den Zuschauer aus seiner Lethargie zu erwecken und ihm kurz etwas Atem zu nehmen.
Die Auflösung ist, wie für Shyamalan üblich, unerwartet. Und in diesem Film wirklich zahlreich. Neben der Auflösung über die geheimnisvollen Wesen (die übrigens wieder verworfen wird) bis hin zur letzten klärenden Auflösung über die Existenz des Dorfes...der Zuschauer kann gut folgen. Die Auflösungen sind wirklich schlüssig und nachvollziehbar...aber irgendwie nicht befriedigend. Man hat ständig das Gefühl, als könne es das unmöglich gewesen sein, als müsste noch irgendein mystischer Knaller kommen. Aber der kommt einfach nicht.
Alles in allem ist The Village ein Film, der vor guten Ideen strotzt aber diese im Keim erstickt und nicht zufriedenstellend fortführt. Da helfen auch die tollen Locations, die guten Darstellerleistungen sowie Hollywoodgrößen wie William Hurt, Adrien Brody und Sigourney Weaver in Nebenrollen nicht. Wenn man ihn unbedingt sehen will, dann sollte man das Kinogeld sparen und ihn sich in vier Monaten für 1,50 Euro in der Videothek ausleihen. 4 von 10 Punkten.
Und noch ein Tipp: erwartet nach dem Schauen des Trailers, der beinharten Grusel verspricht, sowie von den vorherigen Werken des Regisseurs nicht zu viel. Ich denke das war mein Fehler und deshalb bin ich so herb enttäuscht.