In einem kleinen Dorf lebt eine nicht allzu große Anzahl an Bewohnern glücklich und zufrieden vor sich hin. Doch außerhalb des Dorfes ist ein dunkler Wald in dem angeblich böse Kreaturen leben. Doch solange kein Dorfbewohner den Wald betritt, kommen die Wesen aus dem Wald auch nicht ins Dorf. Als aber der junge Lucius eines Tages einen Fuß in den Wald setzt, und die Kreaturen in der nachfolgenden Nacht das Dorf heimsuchen, spitzt sich die Lage langsam Schritt für Schritt zu.
"The Village" ist eigentlich kein schlechter Film. Zunächst einmal kann man ihn kaum als Grusel- oder Horrorfilm werten, wie die Trailer es bislang immer versprochen haben. Es ist eher eine Art düsteres und bedrückendes Romantik-Drama mit sowohl philosophischen als auch gesellschaftskritischen Ansätzen das hin und wieder einen kleiner Schocker bereithält und den Zuschauer mit einer Vielzahl an Storywendungen beeindruckt. Der Anfang des Films verläuft ruhig, die einzelnen entscheidenden Charaktere werden erst einmal ausführlich vorgestellt udn die Beziehungen zwischen ihnen deutlich gemacht. Diese entwickeln sich weiter, womit sich hauptsächlich das 2. Drittel des Films beschäftigt. Der Konflikt um die ominösen Wälder wird hervorgerufen als Lucius sie betritt und anschließend nachts Panik im Dorf herrscht. Im Anschluss daran, nach einem längeren aber entscheidendem Dialog beginnt der 3., und wohl auch interessanteste Drittel des Films. Zunächst einmal tritt hier quasi DIE Grusel-Szene des Films auf, der für den durchschnittlichen Kinogänger der ein Horrorfeuerwerk erwartet hat wohl spannendste Augenblick. Von da an geht es auf das Ende zu und die Fragen die man sich zu Anfang des Films gestellt hat verblassen, und man wird mit Problemen konfrontiert die uns auch in unserer heutigen Gesellschaft begegnen. Der Film ist in sofern wirklich interessant und man kann ihn sicherlich in viele Richtungen interpretieren und noch weiter zerpflücken. Die Masche ihn in der Werbung als subtilen Horrorfilm darzustellen ist zwar fies und wird so manchen Zuschauer ärgern, aber so spielt er zumindest mehr ein als ein düsteres Drama - man kennt ja schon von Filmen wie "John Q" das interpretationswürdige und gesellschaftskritische Dramen sich nie länger als 2-3 Wochen im Kino halten können.
Die Schauspieler versuchen sichtlich ihr bestes zu der so bedrückenden Stimmung im Dorf beizutragen, besonders der anfangs unauffällige Joaquin Phoenix bringt seine Rolle fantastisch rüber, und auch die Hauptdarstellerin Bryce Dallas Howard bringt ihre Rolle auf Blinde erstaunlich gut über die Bühne. "Alien"-Queen Sigourney Weaver hingegen bleibt in "The Village" in meinen Augen leider etwas zurück und kann mit ihrer Art und Ausstrahlung nicht ganz so begeistern wie die anderen Darsteller. Der Score ist ebenfalls sehr schön eingesetzt, und auch interessant sind die verschiedenen Kamerafahrten und Perspektiven die dem Film eine Art "eigenen Stil" schenken (ich kenne mich mit Filmen von M. Night Shyamalan leider nicht so gut aus, ich kann mir aber gut vorstellen das diese Eigenschaften auch schon in vielen anderen von seinen Filmen zu begutachten waren).
"The Village" ist wie schon mehrfach gesagt ein sehr interessanter Film der allerdings nicht das ist, was man anfangs denken könnte. Freunde von Dramen und Freunde von Filmen die wirklich zum Nachdenken anregen, werden mit "The Village" sicherlich ihre helle Freude haben, Leute die aber eher auf der Suche nach Gore und Schock sind sollten sich etwas anderes suchen.
7/10