Review

Fassen wir es doch kurz und schmerzhaft zusammen: ein videobesessener Loser, der die Zwangstrennung von seiner Freundin nicht verwunden hat, wird von seinem immergeilen Bruder zum Geburtstag durch ein als Sextrip gedachtes Wochenende geschleift, das in Katastrophen rund um alle Körperflüssigkeiten und Körperöffnungen für ihn gipfelt.

Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, was mich schlimmer ankotzt: die Tatsache, daß es Leute gegeben hat, die für diesen Wichs auch noch Geld zum Dreh investiert haben oder das Grauen der Niveaulosigkeit, daß es wirklich Leute gibt, die über diesen Scheiß auch noch lachen, ohne sich selbst zu schämen.

„Mein verschärftes Wochenende“ ist wohl nach all den „Jackass“-Exzessen und humor-tumorigen Ausflügen der Farrelly-Brothers („Verrückt nach Mary“ etc) der absolute Abgrund der analen Scheiße- und Spermakomik, sozusagen der letzte Rückstand im hintersten Rohr der am wenig besuchtesten Kloake.
Ein letztes verkümmertes Rudiment an Storyhintergrund steht wie üblich für eine schier endlose Aneinanderreihung von peinlichen Szenen, sexuellen Handlungen und Fäkaljokes. Wenn Hauptfigur Ed (von Brendan Fehr als Jason-Biggs-Ersatz so geistlos und tatsächlich wegen seines offenen Mundes leicht behindert wirkend) von einer Katastrophe in die nächste schlittert, von den Blähungen in den Durchfall, von der Belästigung Minderjähriger zur Prostitution und zum Aufenthalt im Knast (mit den üblichen Analverkehrwitzen), dann ist das in etwa genauso lustig wie eine Darmspiegelung.
Dazu der immer fröhliche Chris Klein als Eds Bruder Cooper, der seit dem damals wahrlich noch niveauvollen „American Pie“ ziemlich weit runtergekommen ist, wenn er immer noch keine anderen Rollen bekommt. Aber er darf ja hier auch ständig scharfe Sprüche lassen, in denen ganz doll viele weibliche Geschlechtsorgane vorkommen; Sprüche, die sich Männer sonst nur zuwerfen, wenn keine Frauen in der Nähe sind, dafür aber die neue „Coupé“ geliefert wurde.

Der Trailer an sich versprach ja schon ein gehöriges Maß an alberner Sexkomik niedriger Sorte, aber der fertige Film unterbietet dies auch noch problemlos. Es gehört schon eine Menge dazu, noch eine Szene in ein Drehbuch zu schreiben, in der der Held im Fahrstuhl einen fahren läßt und dann gleich darauf eine Traumfrau einsteigt, der er dann was von toter Katze im Schacht vorfaselt. Aber das wäre nur Einfallslosigkeit gewesen.
Aber spätestens wenn Coopers Date nach einem Spontanbums kurz vor dem Ausgehen in Großaufnahme das Sperma langsam den Oberschenkel runtersickert und es mit einem überraschten Glucksen (gottseidank im Off) hochgenommen und anscheinend im Drink verrührt getrunken wird, dann sind das keine Grenzüberschreitungen mehr, das ist offener Krieg.
Und in der Folge gibt es wirklich alles zu sehen: Durchfallorgien auf dem keimigen Klo; gewaltiger Schamhaarwuchs, einen riesigen Pferdepimmel, einen Penner, der ein Shirt trägt mit dem sich jemand vorher den Hintern abgewischt hat und in jeder zweiten Szene Silikontitten.
Wundert bloß, daß hier niemand auch noch ne Leiche gebumst hat, Gelegenheit wäre da gewesen.

Als Ausbund der Originalität wird als Wertung oder Einschätzung so ziemlich jede Szene noch mit „Americas Funniest Homevideos“ als Zwischeneinspieler garniert, vorzugsweise schmerzhafte Unfälle, rassenübergreifende Haustiervögeleien oder sonstwelche Besucher aus der Tierwelt, die sich einen runterholen. Die sind echt meisterhaft ausgewählt, nur werten sie den Film leider nicht auf, weil sie z.B. a) schon in Hunderten von Clipshows im TV auf ein Publikum warten, das eh nur zwischen Gehässigkeit und geistigem Stillstand schwankt und b) im Grunde genauso hirntot sind wie der Film an sich.

Ergo ein Film, der gleich zwei Funktionen erfüllt: er beleidigt die Intelligenz und zeigt (je nach Gelächter im Publikum) den Grad der Niveauarmut an. So richtig was Schönes von Wichtelhirnen für Wichtelhirne, die bei der bloßen Erwähnung des Wortes „Loch“ schon einen Schreikrampf kriegen. Empfehlenswert und bestimmt komisch ab und (nur) bis 14 (wahlweise Jahre oder IQ). 1/10

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