"The Manchurian Candidate", der Film lief in der Sneak und ich war nach dem Vorspann wirklich sehr gespannt, was mich erwartet, da ich angesichts der Oscarpreisträger Denzel Washington, Meryl Streep und Jonathan Demme einen großen Film erwartet habe. Sollte man ja auch, angesichts dieser Namen, wie gesagt "sollte". Ich wurde letztlich schwer enttäuscht.
Es beginnt in der irakischen Wüste zur Zeit des "Desert Storm" 1991, eine kleine US-Einheit unter der Führung von Ben Marco (Denzel Washington) gerät in einen Hinterhalt und scheint aussichtslos verloren, ehe plötzlich Raymond Shaw (Liev Schreiber) im Alleingang seine Kameraden befreit und nach dem Golfkrieg für seine Heldentat die "Medal of Honor" erhält. Zwei Soldaten haben ihr Leben verloren, alle anderen wurden gerettet.
Mit einem Schnitt wird man in die Gegenwart versetzt und befindet sich inmitten des Präsidentschaftswahlkampfes in den USA. Aktuell, mit einigen scharfen Seitenhieben auf George W. Bush und den gerade beendeten Wahlkampf. So weit, so gut. Hier taucht auch Meryl Streep auf als eiskalte, besessene und erzkonservative Senatorin und Mutter von Raymond Shaw, dem Kriegshelden, der nun Kandidat für den Vize-Präsidentenposten ist.
Nach einer merkwürdigen Begegnung mit einem früheren Mitglied der Einheit und identischen Berichten über die Träume nach dem Golfkrieg wird Marco stutzig und beginnt nachzuforschen, wo er nach und nach einer Verschwörung auf die Schliche kommt!
Mehr mag ich gar nicht verraten, ehe ich hier noch unbeabsichtigt Spoiler einbaue. Zugegeben, ich kenne das Original mit Frank Sinatra nicht, auf jeden Fall ist die Aktualisierung der Story sehr glaubwürdig, ebenso die Darstellung der Senatorin Shaw durch Meryl Streep. Sie stellt diese Frau wirklich derart fies, eiskalt und machtbesessen dar, dass man sie regelrecht hasst. Sie bleibt aber der einzige Lichtblick in diesem Film, leider. Von vorne bis hinten, und das sind immerhin gute 135 Minuten, vermag es der Film nicht einmal, spannend zu sein. Einem Regisseur wie Jonathan Demme sollte es wirklich gelingen, ein bißchen Spannung zu erzeugen, tut es aber nicht! Die ganze Zeit plätschert der Film so vor sich hin und bietet kaum Überraschungsmomente, im Grund genommen ist ziemlich früh klar (zumindest kam es mir so vor), wie der Film letztlich ausgeht. Auch Denzel Washington bleibt als Schauspieler relativ blass und spielt seine Rolle routiniert, aber ohne Tiefgang. Er ist eben der, der eine Verschwörung aufdecken will, auch wenn ihm niemand glaubt.
Für eine so große Produktion eine riesengroße Enttäuschung, ein entsetzlicher Langeweiler ohne starke Momente. Wirklich keinem zu empfehlen, eine totale Gurke.
Von mir gibt es eine 2/10, weil Meryl Streep eine super Rolle interpretiert, der Rest ist wirklich zum Vergessen. Wie das Original ist, kann ich nicht sagen, ich kenne es leider nicht, es kann aber eigentlich nur besser sein. Der mit Abstand schlechteste Film mit Denzel Washington, den ich bisher gesehen habe!
Schade drum!