Review

Juhuu, endlich ein Film auf den wir schon soooo lange gewartet haben - ein Genre, das noch niiiie dagewesen ist: Golfkrieg! Helden! Politthriller! Hirnsonden! Krickelkrackel-Bilder an der Wand, wirre pseudo-tarantinoeske Zeitsprünge und Filmschnitte, bedeutsame Dialoge von bedeutsamen Drehbuchschreibern - hach ja, Spannung pur...

Zum Gähnen langweilig. Demme präsentiert uns ein wirres Szenario aus Kriegsmythos, Sci-Fi-Genre und Politdrama. Eine Meryl Streep als Übermutter und Strippenzieherin, ein Denzel Washington als in seiner Rolle unterforderter Soldat Ben Marco und Raymond Shaw, ein biederer Politemporkömmling, der eigentlich in einem T-Shirt mit "I survived Gulf-War" herumlaufen sollte, stattdessen aber in mausgrauen Politikeranzügen Wahlkampf betreibt. Zum Wohle der Nation und zum Wohlgefallen der Mutti.

Der Manchurian-Kandidat ist entsetzlich öde, die paar wenigen "interessanten Wendungen" (wenn man denn überhaupt davon sprechen könnte) allesamt vorhersehbar, heben die Stimmung keineswegs, der Spannungsbogen bleibt unterirdisch im Keller verankert. Dieser Film zwingt einem sich längs auf die Couch zu schlagen. Definitiv reichen die häuslichen Red Bull und Kaffeevorräte nicht aus um die Augen permanent auf den Schirm zu richten und die Lauscher gespitzt zu halten.

Schade, daß hier Jon Voight nur einen so kurzen Gastauftritt hat - Hollywoods Schmierlappen Nr. 1 hätte sicherlich noch was reissen können. Nein, dieser Film ist als Remake blamabel und eigenständig betrachtet eine unzumutbare Zeitverschwendung.

Im Hinblick auf Denzel Washington und Jon Voight (2/10).

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