Mit „The good Cop“ setzt Lasse Spang Olsen sein Erfolgsrezept von „In China essen sie Hunde“ fort. Er bedient sich der selben Darsteller und behält Stil und Humor bei, auch wenn Kim Bodnia bei diesem Film nicht den Kriminellen Harald, sondern den schäbigen Bullen Jens spielt.
Seine Charakterzüge sind aber die selben. Er nimmt es mit dem Gesetzt nicht so genau, schadet der Polizei mehr als er nutzt und kümmert sich lieber um seine kriminellen Freunde. Als diese einen Coup versauen, springt Jens ein, um seine Kumpel vor der Polizei und unterschiedlichen Gangstergruppen zu schützen. Leider geht jeder Versuch, die Sache zu bereinigen nach hinten los. Am Ende kann er nur noch versuchen, Chinesen, Polen, Serben, Letten und Farbige gegeneinander auszuspielen. Dabei wird er immer gröber bei der Wahl seiner Mittel.
Ein Gewissen abseits seiner Freunde ist Jens fremd. Er bringt deutsche Urlauber in Misskredit, um die Polizei zu beschäftigen. Er handelt und tauscht unterschiedliche Posten kriminellen Handelns gegeneinander und stört sich nicht daran, dass einer dieser Posten ein Container voll Flüchtlinge ist. Und er verliert nie seine stoische Ruhe, selbst wenn sein Leben und das seiner Adoptiveltern in Gefahr ist.
Olsen hat offensichtlich immer noch Spaß an spontaner Gewalt, auch wenn er sich verglichen mit „In China essen sie Hunde“ zurück hält. Er hat leider weniger groteske Dialoge parat, setzt dafür mehr auf effektvolle Szenen. Diese passen nur bedingt zu den Filmen. Ich finde sie leicht ein wenig störend, da sie von den Leistungen der Story und der Darsteller ablenken.
Was erfreulich ist, ist dass Olsen seine Liebe zu der Unterwelt entdeckt hat. Seine Serben in früheren Werken waren schon toll. Aber nun kann er durch unterschiedliche Gangstergruppen schamlos in Klischees wühlen und so eine Fülle witziger Nebenrollen anbieten, die dem Film sehr zu gute kommen.
Schön ist, dass hier wieder der Olsenbande ein Denkmal gesetzt wurde. Der Coup in Planung und Durchführung erinnert schwer an die dänischen Kultfilme. Auch das von Olsen vermittelte Bild des Kleinkriminellen zeigt Parallelen.
Auch wenn „The good Cop“ beste Unterhaltung ist, müssen Olsen und Bodnia schwer aufpassen, dass sie sich nicht zu sehr in diesem Schema festfahren. Ich denke, drei Filme dieser Art sind genug. Nun muss etwas neues kommen. Trotzdem bietet der Film jede Menge Spaß, der mit 8 Punkten zu bewerten ist. Sehr zu empfehlen.