Inhalt (Originalfassung mit englischen Untertiteln):
China, zur Zeit der Ming-Dynastie.
Der gefangene Schwerverbrecher Ting Fu (Miao Tien) wartet im Gefängnis auf seine Hinrichtung.
Als diese ansteht, wird er von 3 brutalen Kämpfern davor bewahrt und befreit. Diese Kämpfer sind Ho (Hsueh Han) mit seiner Todesklaue, "Crippled Eye" (Ko Yu-Min) und "Huge Sword" (Hsin Pei-Yao) mit seinem überdimensional breiten Schwert..., die "3 von Hobei".
Sie tun dies für ihren Auftraggeber, den so überheblich wirkenden wie skrupellosen Kao (Wan Chung-Shan). Dieser will an den Schatz, den Ting Fu besitzt. Da Ting das Versteck nicht rausrücken will, wird er gefoltert, doch Ting ist eisern.
Ling Hua (Polly Shang Kuan), die Tochter des Befehlshabers der Wachen, Liu (Yuan Shen)..., sowie die Schwertkämpfer Lung Chen (Tien Peng) und Wei Ru Feng (Chiang Pin)... sie sind auf der Suche nach Ting Fu, um diesen zu verhaften und wieder zurück zu führen.
Doch die 3 kooperieren nur sporadisch und handeln aus unterschiedlichen Motiven.
Es kommt zu einem langen Kampf mit den 3 Hobei-Fightern und den Schergen Kao´s.
Schließlich fällt Ting Fu in die Hände Wei Ru Feng´s, die beiden erreichen eine verlassene Gehöft-Ruine und Wei verschanzt sich dort mit seinem Gefangenen.
Ling Hua und Lung Chen, der verletzt wurde, gelingt mit knapper Not die Flucht...!
Ling Hua und Lung Chen gelangen zum Versteck von Wei und Ting Fu. Als auch Liu die Gehöft-Ruine erreicht, kommt es zum Kampf und Ting Fu kann flüchten.
Ting Fu will mit Kao abrechnen...!
Doch Ling Hua, Lung Chen und Wei Ru Feng sind ihm auf der Spur.
Ein erbarmungloses Schicksal... und blutige Kämpfe... nehmen ihren Lauf.....
Fazit:
Mit "Rider of Revenge" gelang Regisseur Hsiung Ting-Wu im Jahre 1971 fast ein Klassiker des WuXia-Eastern..., ein Film im Übergangsjahr weg vom klassischen WuXia-Eastern hin zum KungFu-Actioner mit Bruce Lee´s erstem Welterfolg "Die Todesfaust des Cheng Li" ("The Big Boss", siehe mein Review auf dieser Website).
Und "Rider of Revenge" erinnert doch noch sehr an die 1960er-Klassiker mit Wang Yu oder an "Swordsman of all Swordsmen" ("Der fünfarmige Tiger", siehe mein Review auf dieser Website), und ähnelt auch mehr als ein bisschen an die Epen King Hu´s wie "Dragon Gate Inn" ("Die Herberge zum Drachentor", siehe mein Review auf dieser Website).
So wie "Dragon Gate Inn" und "Swordsman of all Swordsmen" ist auch dieser WuXia-Eastern hier von der Produktionsgesellschaft "Union Film Production", und ebenfalls mit Polly Shang Kuan in der Hauptrolle besetzt.
In hell-klaren Bildern gehalten, sehr gut fotographiert, in gelungenen Studio-Sets fast ala Shaw Brothers, und in pittoresk-interessanten Outdoor-Locations, konzipierte Hsiung Ting-Wu einen insgesamt spannenden, fast epischen WuXia-Eastern. Eine einfache Geschichte, wird flüssig, nur mit kleinen Längen, mit intensiv agierenden DarstellerInnen und vielen Schwert-Fights garniert abgehandelt.
Die Mischung aus fast surrealen Sets und taiwanesischen Locations, die konzentrierte Inszenierung und die Fight-Action ergeben eine stimmige Symbiose und machen "Rider of Revenge" nicht nur für Eastern-Fans zum insgesamt gelungenen Seh-Vergnügen.
Manch kleine Länge bleibt bei fast 100 Minuten Laufzeit -und "Rider of Revenge" ist da denn doch einen Tick zu lang geraten- nicht aus, und manches ist vielleicht auch zu schwülstig geraten, wie das melodramatische Ende nach dem Endfight. Aber das sind im Nachhinein fast zu vernachlässigende Mankos.
Die Atmosphäre stimmt..., wenngleich sie vielleicht eher zu einem 1960er-Eastern passt, 1971 hatte Bruce Lee ja bereits ganz andere, neue Maßstäbe gesetzt.
Aber man muss sich wohl als Betrachter vor Augen halten, dass der Übergang von WuXia zu KungFu-Actionern eben auch relativ abrupt von statten ging. So entstanden klassische WuXia-Eastern wie eben "Rider of Revenge" oder die Shaw Brothers-Produktion "The Lady Hermit" in ein und dem selben Jahr, 1971, wie eben Bruce Lee´s erster KungFu-Hit "The Big Boss"/"Die Todesfaust des Cheng Li".
Polly Shang Kuan gelang hier nach den oben genannten Klassikern der 3. Welterfolg innerhalb kurzer Zeit, und sie konnte sich damit weiter in der Eastern-Szene etablieren.
Auch hier zeigt sie ein verbissen-intensives Spiel sowie agile Fight-Skills, und sie deutet einmal mehr an, was sie später noch zu wahrer Meisterschaft führte.., mimisch wie auch actiontechnisch. Nicht zu vergessen ist, dass die hier blutjunge Darstellerin mal gerade 22 Jahre jung war. Für Polly-Fans ist denn auch "Rider of Revenge" Pflichtprogramm.
An ihrer Seite Tien Peng und Chiang Pin. Tien Peng, mit dem Polly auch später zusammen agierte, so vor allem im Welterfolg "18 Bronzemen" (siehe mein Review auf dieser Website), ist hier der gesetztere, lässigere Typus, der das entsprechend und wohltuend cool spielt.
Chiang Pin hingegen ist hier der etwas schalkigere Typus, der lächelnde Killer sozusagen. Beide Darsteller ergänzen sich so denn irgendwie und bilden zusammen mit Polly Shang Kuan das Triumvirat in diesem WuXia-Drama.
Die 3 etwas skurril anmutenden Fighter..., die Miao Tien hier raushauen, um den sich fast alles in diesem Eastern dreht, werden von Hsueh Han, Ko Yu-Min und Hsin Pei-Yao verkörpert, 3 heiße Typen, optisch wie mit sehr speziellen Waffen ausgestattet. Die 3 sind schon so was wie die Todesschwadronen in diesem WuXia-Swordplay-Streifen.
Vorne weg aber sind Miao Tien als bärbeißig-brutaler Villain mit seinen Todesketten und Wan Chung-Shan die Ober-Bösewichte.
Wan Chung-Shan als dabei hagerer und arrogant wirkender Typ, sein langer, blauer Mantel verstärkt diesen Eindruck, so wie sein fast porzellanhaftes Gesicht. Auch diese beiden Villains kontrastieren hier so interessant wie Tien Peng und Chiang Pin auf Seite der Guten.
Des Weiteren sind hier gar Shan Mao und Lung Fei zu entdecken, damals blutjung und in sehr kleinen Rollen agierend.
Anfangs ist die Swordplay-Action -dem 1960er-Feeling dieses Eastern entsprechend- noch etwas hölzern. Doch steigert sich der Drive in den Action-Sequenzen in fast erstaunlicher Art und Weise. Ein langer, harter Fight inmitten des Films ist fast das Herzstück des ganzen Streifens... mit immer mehr Drive in Szene gesetzt.
Die Schwert-Action überzeugt mit Fortdauer dieses Eastern..., und das Ende ist natürlich der blutige Höhepunkt, inmitten einer surrealen Studio-Kulisse..., Miao Tien gegen die Helden, einem Todesballet gleichend.
"Rider of Revenge"..., einer der letzten WuXia-Eastern, bevor Bruce Lee eine neue Ära im chinesischen Action-Kino einleitete. Ein insgesamt überzeugender, in seiner Atmosphäre stimmiger WuXia-Eastern.
7/10.