Die Geschwister Ellie (Christina Ricci) und Jimmy (Jesse Eisenberg) stoßen bei einem Autounfall auf dem Mulholland Drive mit einem wilden Tier zusammen, das ein Unfallopfer verschleppt und die beiden mit Schrammen von den Klauen zurücklässt. Die Nebenwirkungen dieser Werwolfattacke bei den beiden sind verschieden, denn während Ellies Geruchssinn Blut von weitem orten kann, wacht Jimmy eines Morgens nackt in den Büschen auf. Was folgt ist eine unnütz ausgebreitete Teeniekomödie, in der die Veränderungen der beiden zu allerlei kleinem Schabernack führen und es gilt, den Werwolf als Wurzel allen Übels zur eigenen Rettung aus der Misere zu vernichten, mehr jedoch nicht. Auch die obligatorische Party wie in fast jedem Tennie-Horrorfilm darf nicht fehlen, dazu wird die Cluberöffnung plump mit Horrorszenarien ausstaffiert, um da noch schnell auf Freddy Krüger, Pinhead usw. hinzuweisen, wie man das heute nun mal so tut. Wes Craven versucht sich in seiner wohlbekannten Mixtur aus genrebewußten Querverweisen, Gags und Suspensemomenten, ohne einen neuen "Scream" zu erschaffen. Vielmehr wirkt dieser Film wie eine gescheiterte Neuauflage, die auch als Teil 5 oder 6 seiner Slasherparodie nicht schlechter gewesen wäre. Natürlich ist er ein Meister darin, für Schockmomente zu sorgen, durch Figuren, die urplötzlich im Bild erscheinen, der Rest ist, gelinde gesagt, ganz schön trashig. Einige werden flugs schreien, das muss ja so sein, schließlich zitiert der Meister nicht umsonst immer wieder die alten Klassiker des Werwolfgenres von "The Wolfman" bis zu "The Howling", nur fragt man sich angesichts der ellenlangen Liste an SFX-Profis im Abspann, wozu die da waren, wenn der Werwolf fast genau so putzig wie einst bei Joe Dante aussieht. Dessen Verkleidung trägt in beiden Fällen die Handschrift von Creature-FX-Guru Rick Baker, abgesehen davon wurde nicht minder zweitklassig bis niedlich per CGI nachgeholfen. Das Konzept des "Scream"-Duos Craven & Williamson geht nur leidlich auf, "Cursed" offenbart ein unentschlossenes Bild, was den Plot und die Inszenierung angeht. Wahrscheinlich wird das auch an den Querelen zwischen Craven und der Produktion liegen, die einiges umschneiden und sogar nachdrehen ließ (inklusive Darstellerwechsel), herausgekommmen ist ein konsensfähiger Familienunterhalter, der weder Fleisch noch Fisch ist. Horrorfans dürfen zudem noch mit einem fast blutleeren Spektakel rechnen, man kann nur hoffen, das die PG-Fassung, die fürs Kino übrig blieb, später noch als ursprüngliche R-Rated zu sehen sein wird. Das macht den Thrill, der nur selten aufkommt, sicher auch nicht besser, doch vielleicht wäre der ein oder andere Schrecken bei den Wolfattacken etwas größer gewesen, wenn außer hektischen Schnitten etwas zu sehen wäre. Absolut unfassbar greift die Kinofassung zur Not auch auf eine schwarze Leinwand zurück und zeigt gar nichts. Mit Genrebeiträgen wie "Ginger Snaps" ist man in vielerlei Hinsicht besser beraten, na immerhin stimmt das Tempo der zweiten Hälfte und ein paar Lacher wie bei einem unerwarteten Coming Out sind drin. Was "Cursed" definitiv bei allen Scherzen und Zitaten nicht bietet ist eine besondere Atmosphäre oder einen durchgehenden Spannungsbogen, im Gegenteil, auch dort bestimmen die üblichen Teenagerriten und lockeren Sprüche das Bild und im Hintergrund scheppert Appollo 440, The Crystal Method usw, halt all das, was vor einigen Jahren noch eine sichere Bank auf dem Dancefloor war, allerdings auch nur auf dem gemäßigten Konsensfloor. Bloß nicht anecken heißt die Devise offensichtlich, wen wundert da noch ein ausgemacht plattes, doofes Happy End.
Fazit: Gut gelaunte Teenie-Komödie im Wolfspelz. Als Horrorneuauflage des Werwolfthemas unwichtig, genauso für Wes Cravens Gesamtwerk. 3/10 Punkten