Wie bereits in den 90ern bei "Scream" haben Wes Craven (Regie) und Kevin Williamson (Drehbuch und Produktion) auch mit "Cursed" wieder einen unterhaltsamen und vor allem spannenden Horrorfilm (z. B. der Angriff in der Tiefgarage) auf die Beine gestellt.
Ellie (dargestellt von Christina Ricci) und ihr Bruder Jimmy werden bei einem nächtlichen Unfall von einem rätselhaften Tier angefallen, woraufhin sie sich auf eigenartige Weise verändern.
Um nicht auch zum Werwolf zu werden, müssen sie die Person töten, mit der alles begonnen hat. Und damit dürfen sie nicht allzu lange warten, denn immer mehr Menschen fallen der wilden Bestie zum Opfer.
Man möge mir verzeihen, dass ich am Ende nicht mit offenem Mund aus Überraschung darüber, wer den nun der Werwolf (mit dem alles angefangen hat) ist, vorm Fernseher gehockt habe.
Dazu liefert der Film einerseits nämlich zu viele (offensichtliche) Hinweise und andererseits kann sich der mehr oder weniger erfahrene Zuschauer das Ganze sowieso selbst zusammenreimen.
Unabhängig davon, ob man schnell ahnt, wie der Hase läuft (also wer der Werwolf ist), vermag "Cursed" dennoch durchgängig spannend zu unterhalten.
Vor allem die Szene, in der der Werwolf eine Frau in der Tiefgarage attackiert, ist (was die Spannung angeht) sehr gut in Szene gesetzt worden.
Die Effekte,hier meine ich vor allem den ab und zu animierten Werwolf, hätten zwar manchmal ruhig etwas besser sein können (z. B. eine Verwandlung zum Werwolf gegen Ende des Films), sind aber niemals wirklich schlecht.
Wer wegen des Aufdrucks "Unrated Version" auf der US-DVD allerdings ein Gorefest sondergelichen erwartet, wird enttäuscht sein. Denn die wirklich derben Effekte (z. B. eine Enthauptung mittels Schaufel) kann man letzten Endes an einer Hand abzählen.
Warum Kevin Williamson unbedingt den Clou mit dem immer als "Schwuchtel" verulkten Jimmy, an den sich letzten Endes der selbst schwule Drangsalierer heranschmeißt, in die Story reinquetschen musste, weiß ich nicht, da der Film hierduch zwar nicht schlechter wird (das von Missverständnissen stotzende Gespräch vor der Haustür ist sogar recht witzig), aber auch nicht wirklich an "Tiefe" gewinnt.
Vor allem aber folgende Szene wird bei so manchen Zuschauer Kopfschütteln hervorrufen:
Nach einem Massaker auf der Eröffnung von Riccis Freund, hat sich der Werwolf gerade verdürckt und die Polizei trifft ein. Ricci meint, dass der Werwolf wohl wieder seine menschliche Gestalt angenommen habe und benutzt zur Beschreibung (um den Werwolf zu provozieren) "böse" Wörte wie "schlechte Haut". Daraufhin kracht der Werwolf mit ausgestrecktem Mittelfinger und den Worten "Lügnerin!" wieder durchs Fenster.
Etwas doof ist die Szene schon.
Das Ende ist dann auch etwas lang geraten, so dass es ein paar Minuten weniger auch getan hätten. Letzten Endes schmälert dies alles das Filmvergnügen aber nicht.
Fazit: Ein guter Horrorfilm, den ich durchaus weiterempfehlen kann.