Ähnlich wie das Prequel zum Exorzisten, kam auch „Cursed“ unter die Räder des Studios. Der Film wurde zum größten Teil neu gedreht, Schauspieler (wie Skeet Ulrich oder Corey Feldman) komplett aus dem Film gestrichen, neue Leute besetzt (wie Joshua Jackson) und zu guter letzt auch noch für ein angeblich lukrativeres PG-13 vor Kinostart auf drängen von DIMENSION gekürzt. Geholfen hat das ganze leider nichts. Der Film ist im Kino gefloppt und auf DVD wird jetzt versucht mit der Unrated Version die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Ob die Ursprüngliche Fassung jemals veröffentlicht wird, weiß man nicht. Heutzutage wäre dies aber nicht verwunderlich, wo doch ständig irgendwelche „Extended“ Versionen raus gehauen werden.
Das wichtigste bei dem ganzen Unterfangen wurde leider vergessen. Nämlich einen guten Film zu machen. Wieder mal beweißt Wes Craven („Shocker“, „The Hills Have Eyes“) das er, bis auf wenige gute Momente, nie einer der großen in Hollywood wird. Er scheint immer am besten zu sein wenn er wenig Budget hat, eigene Ideen umsetzt und ohne Druck arbeiten kann. Nur so sind solche Filme wie „Nightmare“, „Last House On The Left“ oder „The Serpent and the Rainbow“ zu erklären. Und selbst bei dem ersten „Scream“ war es ebenso ein „kleiner“ Film der dann sein Comeback einläuten sollte. Hier hat Craven vermutlich irgendwann die Lust verloren. Dabei gewinne ich den Mainstream Horror meist mehr ab als den anderen Schmodder der inzwischen dauernd auf DVD veröffentlicht wird. Doch hier ist eigentlich gar nichts erwähnenswert. Die Story möchte das Werewolf Genre neu beleben ähnlich wie es Drehbuchautor Kevin Williamson mit „Scream“ geschafft hat, doch hier versagt er völlig. Der Film bietet nichts neues, oder bereitet das bekannte unterhaltsam auf, sondern nudelt etliche Dinge einfach und mit wenig, und wenn, faden Humor(der Scott Baio Running Gag hat bestimmt nicht mal in Amerika funktioniert) hinunter. Was bei „Scream“ funktionierte, findet aber hier auch eigentlich nicht statt. Nämlich mit den Gesetzen des Genres zu spielen.
Nichts was man hier geboten bekommt ist überraschend, spannend oder neu. Auch wenn man es uns gerne als ironische Wiederbelebung präsentieren will, fehlt leider etwas Wichtiges; nämlich die Ironie. Horror ist sicherlich etwas anderes als das hier(und ich meine jetzt nur das Genre). Die ständigen „Überraschungen“, die natürlich nicht fehlen dürfen, können nur ein gähnen hervor bringen. Und Logisch sind einige Kniffe auch nicht wirklich. Zumindest gibt es in der Unrated Version einige blutige Szenen (mein Gott wie schlimm muss da erst die andere Fassung gewesen sein?), nutzt aber leider auch herzlich wenig.
Auch die Werewolf Effekte sind alles andere als berauschend. Obwohl Rick Baker, seit „An American Werewolf In London“ der Mann für das Genre, sieht das Monster ziemlich lasch aus. Von der Verwandlung mal ganz schweigen. Da stehen die Werewölfe aus „Dog Soldiers“, „Underworld“ oder sogar „Van Helsing“(ja wie ich finde schon!), besser da.
Den Leistungen hinter der Kamera folgen auch die beteiligten vor der Linse. Ganz vorne legt Christina Ricci eine glatte Bruchlandung hin. So blass wie ihre Haut ist auch ihr Schauspiel. Mehr als verwirrt oder ängstlich mit großen Augen (und natürlich großer Stirn) durch den Film zu stolpern, schafft sie leider nicht. Mal davon abgesehen das es Spaß macht auf ihre Frisur zu achten. Die wechselt nämlich gerne mal die Farbe, oder auch von Glatt zu Strähnig, von einer Szene zur nächsten. Eine Katastrophe auch Jesse Eisenberg („The Village“). So was Unpassendes habe ich lange nicht mehr gesehen. Davon mal abgesehen das Ricci und Eisenberg das wohl schlecht gecastete Geschwisterpaar sind, welches jemals in einem Hollywoodfilm auftrete durfte. Ähnlichkeiten sind bei den beiden nun völlig ausgeschlossen.
Der restliche Cast ist denn auch nicht besonders auffällig und etliche Miniauftritte bekannter Schauspieler eigentlich überflüssig. Selbst Joshua Jackson („Dawson´s Creek“, „Americano“) hat keine Chance, bei seiner undankbaren und unentschlossenen Rolle.
Fazit:
Soviel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. „Cursed“ ist das Musterbeispiel wie viel bei Dreharbeiten schief gehen kann. Hier findet man eine 08/15 Story ohne neue Ideen oder Ironie, schwache Darsteller, eine Lustlose Regie und überraschend schwache Effekte. Das ganze ist für alle Beteiligten ein Schuss in den Ofen. Dafür hätte man wahrlich nicht soviel Drehzeit verschwenden brauchen. Das einzige was den Film aber vor dem totalen Absturz rettet ist das alles mit soliden Tempo abgespult wird, die Optik Hochglanz poliert ist und es einige nette Stunts von Choreograph Andy Cheng („US SEALS 2“, „End Game“) gibt. Der Rest ist belanglos und man ist traurig mal wieder KEINE gute Werewolf Unterhaltung bekommen zu haben. Freuen wir uns also auf „Underworld 2“.