Schon im Vorfeld stand es um Wes Craven´s neusten Film nicht sonderlich gut. Zahlreiche Produktionsprobleme, Neuverfassungen des Drehbuchs und Nachdrehs sollten das Ganze zu einer nicht enden wollenden Farce machen. Doch der Film ist dann doch irgendwie fertig geworden und kam in die Kinos - und floppte. Doch man sollte fairerweise jedem Film eine Chance geben.
Ellie (Christina Ricci) und ihr jüngerer Bruder Jimmy (Jesse Eisenberg) fahren eines Nachts auf dem Heimweg ein hundeähnliches Tier an, woraufhin ihr Auto außer Kontrolle gerät und einen entgegen kommenden Wagen rammt, der dann die Böschung runterstürzt und sich überschlägt. Beim Versuch die Fahrerin zu retten, wird diese plötzlich von einem bissigen Vieh angegriffen und getötet. Ellie und Jimmy überleben diese Attacke bis auf einige Kratzer unbeschadet. Als Jimmy am nächsten Morgen nackt im Gebüsch erwacht, ahnt er schlimmes und informiert sich über den Mythos Werwolf. In der gleichen Zeit verschärfen sich auch die Sinne von ihm und Ellie und er befürchtet das sie sich in solch ein Wesen verwandeln. Als wäre dies nicht genug, kommt es in ihrem direkten Umfeld zu weiteren grauenvollen Attacken dieser Art, was bedeuten könnte, das sie die Person kennen, die sich Nachts in ein blutrünstiges Vieh verwandelt....
Kevin Williamson´s Drehbuch ist nicht wirklich sehr tiefgründig oder innovativ, aber die Story tut ihren Zweck, auch wenn es grob betrachtet nur eine 08/15-Slasherstory ist, wo halt ein Werwolf den Mörderpart übernimmt. Die Schauspieler, allen voran Christina Ricci, spielen recht überzeugend, mehr kann man auch nicht erwarten, wenn man die Produktionsgeschichte mit all ihren Problemen kennt. Irgendwann hat man auch als Schaupieler von den Querälen genug.
Effektmäßig ist der Film eine zwiespältige Angelegenheit. Einiges sieht wirklich gut aus und ist top gemacht, aber z.B. die CGI-Verwandlungen des Hundes bzw. Joanie sehen sehr billig aus. Hier hätte man wesentlich mehr machen können, zumal die heutige Technik ausreichend ist, sowas ansehnlich zu realisieren. Aufheiternd wirken dagegen einige Jokes, wie z.B. der Stinkefinger des Werwolfs.
Spannungsmäßig ist der Film okay, durch die recht ordentliche Locationwahl und Regiearbeit kommt jedenfalls keine wirkliche Langweile auf, der Film bleibt immer interessant und unterhaltsam.
Sicher ist "Cursed" kein Film für die Ewigkeit, gebrandmarkt durch etliche Produktionsprobleme und Verzögerungen ist das fertige Werk dann doch recht ordentlich geworden, auch wenn die Computereffekte teils noch sehr verbesserungswürdig sind und die Story nicht wirklich neu ist. Dafür aber entschädigen gute Schaupieler und eine kurzweilige, recht spannende Inszenierung.
7 von 10 Punkten.