Mit „Verflucht/Cursed“ tat sich das Traumpaar der Jahrtausendgrenze, Regisseur Wes Craven und Drehbuchautor Kevin Williamson noch einmal zusammen – möglicherweise nicht, um wirklich den Erfolg von „Scream“ zu wiederholen, aber doch immerhin von der Bekanntheit zu profitieren.
Damals konnte natürlich noch keiner ahnen, dass der bereits fast fertige Film vor den Augen der Produktionsfirma keine Gnade finden sollte, so dass man ihn komplett umschrieb, den größten Teil der Besetzung rausschrieb (einige hatten dann auch keine Lust mehr) und alles neu anordnete.
Zu den Beseitigten oder Ausgestiegenen zählen immerhin Namen wie Mandy Moore, Skeet Ulrich, Illeana Douglas, Heather Langenkamp, Omar Epps, Robert Forster und Corey Feldman.
Aber auch in der neuen Version liest sich der Cast wie Who’s Who der Jungdarstellergarde: Christina Ricci, Joshua Jackson, Mya, Milo Ventimiglia, Michael Rosenbaum…
Leider fehlt „Cursed“ jedoch das Inszenatorisch-Innovative, denn was dabei herauskommt, wirkt wie ein aufgewärmter Aufguß aus einer ganzen Reihe bekannter Werwolffilme und Motive, angereichert mit ein paar augenzwinkernden Referenzen (wie z.b. eine Nachbildung des Stocks aus „The Wolfman“ von 1941). Dazu kommt eine solide Handvoll Gore, einige gelungene Scherze und ein gehöriger Schuß Teenager- und Twen-Plot, die man aus entsprechenden TV-Serien (Dawsons Creek, Party of Five) schon kennt.
Interessant ist natürlich, dass hier mal die Gebissenen die Folge aus Geschwistersicht abarbeiten, der jüngere Bruder arbeitet sich durch die High School (und aus dem Loser wird ein gefährlicher Bursche), während die ältere Schwester um eine Beziehung bemüht ist.
Wer Spaß an so etwas hat, kann hier über weite Strecken eine muntere Referenzensammlung veranstalten und sich auch sonst eigentlich ganz gut, wenn auch relativ unaufgeregt amüsieren, wenn gegen Ende der Showdown (der erste Showdown) in einem horrorfilmorientierten Club stattfindet, komplett mit Werwolffilmkulisse und Spiegelkabinett, kommt sogar inszenatorisches Geschick und richtig Atmosphäre auf.
Leider wissen Craven und Williamson offenbar nicht, ob sie nun einen Horrorfilm oder eine Komödie oder eine Parodie des Genres inszenieren und versuchen alles gleichzeitig, obwohl es schon interessantere Weiterentwicklungen mit Filmen wie „Ginger Snaps“ gab – dazu kommt auch, das Joshua Jackson sich auch hier wieder nicht gerade als innovativer (oder überhaupt als ) Schauspieler entpuppt und wahrhaftig keinerlei Funke zwischen ihm und Ricci zu vermelden ist.
Was bleibt, ist eine amüsante, aber unwichtige Melange, ein kleiner Spaß als Abendausgehvorbereitung oder verdaubarer Horror für zwei Stündchen mit der sonst horrorunwilligen Freundin, aber wenig mehr.
Richtig schlechte Noten werden dem Film jedoch nicht gerecht – so misslungen ist hier gar nichts, schon gar nicht der angemessene Härtegrad und die soliden Verwandlungssequenzen. (6/10)