Review
von Leimbacher-Mario
Spleen Wolf
Die (leider oft wenn überhaupt eher unfreiwillig komische) Werwolfkomödie „Cursed“ von Wes Craven (!) hätte leider kaum einen schlechteren Einstieg in meinen Horroroktober bilden können. Am liebsten hätte der Altmeister wohl eine Mischung aus „Death Becomes Her“ und „The Howling“ abgeliefert - herausgekommen ist ein tollpatschiger, unschöner und kaum ausbalancierter Bockmist über zwei Teenager zwischen Highschool und Hollywood, die eines nachts nach einem Autounfall auf dem Mullholland Drive von einem Werwolf gebissen und mit dem haarigen Fluch belegt werden…
Craven hat sich allein mit „Scream“, der Elm Street und dem letzten Haus links unsterblich gemacht, zu einem Regiegiganten im Horrorbereich. Dennoch ist aber natürlich auch seine Filmografie nicht fehlerfrei, ähnlich wie bei Kollegen seines Kalibers a la Romero, Argento oder Carpenters. Und „Cursed“ muss ich leider als späten Tiefpunkt seines Schaffens bezeichnen, ist er doch erschreckend spannungsarm, richtig hässlich aus heutiger Sicht und weder lustig noch gruselig, weder Fisch noch Fleisch, weder „Teen Wolf“ noch „American Werwolf in London“. Da haut es der deutliche Blutzusatzerguss im Unrated Cut auch nicht mehr raus. Genauso wenig wie die wirklich vielen bekannten Gesichter. Ricci z.B. spielt durchgehend unter ihrer Würde bis straight up peinlich daneben. Wie so vieles an diesem Fellknäuel, bei dem die Monster wie riesige, fehlgeschlagene Ewoks aussehen, wenn sie nicht gerade animiert einer PS2-Zwischensequenz entsprungen scheinen. „Cursed“ ist jetzt schon heftig mies gealtert und Craven at its worst, die meiste Zeit einfach vollkommen verloren.
Fazit: eher ein arger Ausrutscher, tonal sowie für Craven. Das konnte er auch im Herbst seiner Karriere besser (s. „Red Eye“ aus selbigem Jahr)!