She was a grade-A student – until she went “Out of Bounds” ... so lautet der Promo-Slogan dieses Filmes, der von einigen Kritikern (z.B. „Home Entertainment Week“) mit „the Others“ oder „the Sixth Sense“ verglichen wird.
Mein persönliches Interesse wurde zudem noch (ja, ich gestehe) von dem reißerischen Covermotiv der US-DVD geweckt, auf welchem ein Schulmädchen mit einem Fleischermesser abgebildet ist. In letzter Zeit sind ja schließlich einige sehr gute Genrefilme aus Großbritannien auf den Markt gekommen – also gab ich dieser erhofften Mixtur aus Teenie-Slasher und übernatürlichem Horror eine Chance … oh Mann, wie man sich doch täuschen kann!
Louise (Sofia Myles) ist Schülerin eines Mädcheninternats und hat eine Affäre mit dem Maler Matthew (George Asprey), der gleichzeitig Ehemann der Rektorin Veronica (Sophie Ward) ist. Gerade als die Ferien beginnen, und Louise es so hingedreht hat, dass sie während dieser Zeit im Internat bleiben kann (offiziell um zu lernen und um an einem Theaterstück zu arbeiten), erwischt Veronica das geheime Liebespaar „auf frischer Tat“ – konfrontiert entscheidet sich Matthew jedoch für seine Frau und gegen die junge Geliebte.
Die Situation erscheint vorerst geklärt (jeder findet sich mit der Situation mehr oder minder ab), da entdeckt Veronica, dass Matthew Louise für sich hat Modell stehen lassen – etwas, was er ihr immer verwehrt hatte. Blind vor Wut greift sie ihn daraufhin an, und Louise kann am nächsten Tag beobachten, wie Veronica etwas (oder jemanden?) im Garten vergräbt…
Natürlich glaubt ihr keiner die Geschichte, denn offiziell hat sich Matthew von seiner Frau getrennt und ist nach Florenz geflogen, um dort seine Kunst zu verkaufen. Louise wird das Gefühl aber nicht los, dass er ermordet wurde, und dass sie wohlmöglich das nächste Opfer sein wird. Oder spielen ihr die Sinne nur einen Streich – verschwimmt die Realität mit dem, was sie sich wohlmöglich einbildet…?
Die Zutaten sind vorhanden: Ein fast menschenleeres, abgelegenes Internat, recht gute Schauspieler (Sofia Myles ("From Hell") ist Genrefans neuerdings auch aus „Underworld“ bekannt, wo sie Kate Beckinsales Vampir-Freundin spielte), ein einigermaßen stimmungsvoller Score und eine Story, die zwar nicht neu, aber immerhin „ausbaufähig“ daherkommt … tja, wenn der Regisseur diese Elemente jedoch nicht zu nutzen vermag, bleibt leider nicht viel übrig – man hätte vielleicht noch auf „platte“ Unterhaltungs-Elemente wie „Sex“ oder „Gore“ setzen können, doch diese sucht man vergebens, was übrigens auch für „Spannung“, „Grusel“ und „Atmosphäre“ gilt.
Die Story ist vorhersehbar und bietet keine wirkliche Überraschung, Tempo ist nicht vorhanden, die filmische Umsetzung (auch von der Bildqualität her) erinnert stark an eine TV-Produktion, Schauwerte gibt es eigentlich keine (was hauptsächlich an der einfallslosen Inszenierung liegt), die verheißungsvolle Location des verlassenen Internats wurde schlichtweg verschenkt.
Fazit: Langweiliger, belangloser „Gruselthriller“, der sich bestenfalls auf TV-Niveau bewegt … 2 von 10.