Die junge Louise Thompson verbringt die Semester-Ferien im "Lady Margaret Oakes"-Mädchen-Internat... vorgeblich, um für anstehende Prüfungen zu lernen und der Schulleiterin Veronica Van Huet bei den Vorbereitungen eines Theaterstücks zur Hand zu gehen. In Wahrheit hat Louise jedoch eine Affäre mit deren Ehemann, dem Maler und Kunstlehrer Matthew, am Laufen. Natürlich dauert es nicht lange, bis Veronica dem Techtelmechtel ihres Gatten auf die Schliche kommt. Zunächst ist Louise noch überrascht, dass sie nicht von der Schule fliegt, doch als Matthew kurz darauf ohne sich zu verabschieden einfach verschwindet - laut seiner Gattin nach Florenz, um dort Bilder an Touristen zu verkaufen - kommt dem Mädchen schnell der Verdacht, dass Veronica ihren Ehemann in Wahrheit ermordet und die Leiche heimlich beseitigt hat... Das ziemlich reißerische deutsche DVD-Cover, das da mit einem Schulmädchen mit kurzem Rock und blutigem Fleischermesser als Motiv auf Kundenfang geht, führt einen mächtig in die Irre, denn statt bei den üblichen Slasher-Pics zu klauen, hat Merlin Ward für seinen Möchtegern-Psycho-Thriller ja mal offensichtlich Henri-Georges Clouzots "Die Teuflischen" als Ausgangspunkt der Geschichte hergeholt. Sowohl das Schul-Setting als auch die grobe Figuren-Konstellation stimmen da überein... allenfalls die wichtigsten Dreh- und Angelpunkte der Handlung werden dezent variiert, um schließlich in einen absurd-überzogenen, aber zumindest genregerechten Schluss-Part zu münden, bei dem es vor purzelnden Leichen, überraschend aus dem Hut gezogenen Mördern und Toten, die plötzlich wieder auf der Matte stehen, nur so wimmelt. Besser ist "Out of Bounds" deswegen aber nun nicht gerade geworden, denn der tiefgehende Thrill des (auch nach mittlerweile 70 Jahren immer noch gut anzusehenden!) Vorbilds geht diesem harmlosen Filmchen, das mit seiner zähen Dialoglastigkeit weitestgehend nichts als Langeweile zu verbreiten weiß, leider zur Gänze ab. Die ziemlich krampfig heraufbeschworene Herbstlaub-Atmosphäre und die gruselige Lichtsetzung innerhalb des Mädchen-Internats sollen den Streifen wohl in der Tradition britischen Gothic-Horrors stehen lassen, doch um mit den alten Hammer-Knallern zu konkurieren, kommt das alles visuell erheblich zu öde daher und eine gewisse Doppelbödigkeit des Stoffes versandet da leider innerhalb einer standardisierten Inszenierung, der es weder gelingt, Tempo noch Spannung zu generieren. Da hilft es dann auch nicht weiter, dass das Ganze ja eigentlich von den beiden Hauptdarstellerinnen doch ganz gut gespielt ist. Also, auch wenn "Out of Bounds" inhaltlich kein gänzliches Rip-Off von "Die Teuflischen" ist, tut man mit dem trotz aller Makel erheblich unterhaltsameren "echten" Hollywood-Remake "Diabolisch" von 1996 immer noch einen wesentlich besseren Griff...
3/10