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"Was wäre wenn...?", Was wäre wenn es ein Buch geben würde, in dem von allen Menschen der Erde der Todestag stehen würde und vor allem was wäre, wenn einem dieses Buch in die Hände fallen würde? Danny, der Held aus dem Film "Das Todesbuch", entscheidet sich jedenfalls dazu, die Menschen, die in unmittelbarer Zeit-Nähe sterben würden, zu retten. Schade nur, dass niemand versucht hat, diesen TV-Mystery-Thriller zu retten, denn mehr als ein verwirrendes 08/15-Mystery-Gebräu ist hier draus nicht geworden.

"Das Todesbuch" ist im Prinzip ein Mystery-Thriller, wie es sie in der Fernseh- und der Videolandschaft zu Hauf gibt. Die Story klingt dabei am Anfang noch gar nicht einmal so dumm, wenn auch nicht sonderlich innovativ. Die Geschichte eines jungen Mannes, dem ein merkwürdiges Buch mit den Todesdaten verschiedener Menschen in die Hände fehlt und daraufhin versucht, diese Menschen vor ihrem sicheren Schicksal zu bewahren, hätte durchaus Stoff für einen netten Videoabend geben können. Leider ist aber das Skript unterm Strich so derartig verworren ausgefallen, dass dem Zuschauer leider überhaupt nicht klar werden will, was die Storyschreiber eigentlich bezwecken wollten.

Das fängt schon einmal damit an, dass hier eigentlich alles so ist wie es ist, ohne das sich jemand groß wundert. Als Danny, durch den Postweg, das Buch in die Hände fällt, wundert er sich zwar mal kurz, aber wirklich dafür interessieren, wer ihm das Buch überhaupt geschickt hat, tut es ihn nicht. Und auch alle anderen wundern sich nicht sonderlich darüber oder über das Buch an sich. Es ist halt einfach so! Fragen wirft der Film damit mehr als genug auf, die er aber unterm Strich einfach nicht beantworten will oder auch gar nicht kann. Man hat als Zuschauer das Gefühl, dass die Storyschreiber lieber eine Merkwürdigkeit nach der anderen in die Geschichte packen, aber es nicht für nötig halten, diese auch nur Ansatzweise zu erklären. Es ist halt einfach so, egal ob nun unlogisch oder nicht, egal ob nun relevant für das Vorankommen des Streifens oder irrelevant. "Wir geben euch die Mythen und was ihr daraus macht ist eure Sache." Schade nur, dass man mit so einer Einstellung kaum ein gutes Drehbuch schreiben kann.

Des weiteren kippt der Film leider, in der zweiten Hälfte, dann auch noch in ein unausgegorenes Gerichtsdrama um, welches zu den vorangegangenen Minuten dann so gar nicht passen will. Da Danny nämlich, mit seinem Wissen, erst einmal die Versicherung bescheißen wollte, bevor er sich zum Gutmensch entwickelt hatte, kam der windige Boss der Versicherung ihm auf die Schliche und verdächtigt ihn nun des Mordes an Personen, die kurz zuvor eine Lebensversicherung bei ihm abgeschlossen hatten. Und so verworren wie das Ganze klingt, so gehen die Szenen mit der Gerichtsverhandlung dann auch aus, so das der Zuschauer nun entgültig verwirrt ist, ohne das man ihm nun endlich erklärt, was das Ganze überhaupt soll. Wahrscheinlich haben die Drehbuchschreiber nach dem Anfang selbst gemerkt, wie misslungen ihnen der erste Part des Filmes doch ist und wollten nun mit der Gerichtsverhandlung Boden gut machen. Nur das sie damit den Film in keinster Weise mehr retten konnten, sondern nur noch mehr Wirrer und Blödsinniger machten. Shit happens, sozusagen!

Das einzig was den Schreibern damit wirklich gelungen ist, ist die Tatsache, dass das Geschehen, zwecks Unvorhersehbarkeit, wenigstens einigermaßen spannend bleibt. Auch wenn einem das ganze unerklärte Hin und Her irgendwann auf den Zeiger geht, so will man wenigstens doch wissen, wie der ganze Spuk ausgeht, und sei es auch nur wegen der Hoffnung, auf eine doch noch alles erklärende und befriedigende Lösung. Nur das eben am Ende nichts dabei rausgekommen ist.

In Sachen Schauspieler kann man dafür wenigstens einigermaßen zufrieden sein. Sowohl Hauptdarsteller Wil Wheaton, als auch die ganzen Nebendarsteller, darunter u.a. Musiklegende Isaac Hayes, Richard Grieco und Pamela Reed, machen ihre Sache allesamt recht gut. Und somit stellt wenigstens dieser Punkt einigermaßen zufrieden.

Fazit: Größtenteils recht lahm geratenes TV-Mysterystück, welches sich allzu sehr auf ein Mysterium nach dem Anderen konzentriert und dabei vollkommen vergisst, den vorhanden Spuk auch in irgendeiner Weise aufzuklären. Dem Zuschauer stellt sich, durch das wirre und völlig unlogische Skript, eine Frage nach der anderen, die er sich dann aber auch wirklich alle selber beantworten darf, obwohl er das eigentlich gar nicht will. Zwar bleibt das ganze Treiben dennoch spannend bis zum Schluss, doch was nützt das, wenn man am Ende vollkommen (und dieses Mal ausschließlich im negativen Sinne) verwirrt zurück gelassen wird. Ohne die guten Darsteller, wäre "Das Buch des Todes" somit eigentlich selbst zum Tode verurteilt. Davor bleibt es zwar verschont. Nicht aber vor einer tiefen Note!

Wertung: 3,5/10 Punkte

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