Staffel 1 - 9/10
Staffel 1
I Want To Believe
An vielleicht keine andere Intromelodie und womöglich sogar insgesamt „Serie für Erwachsene“ aus meiner Kindheit kann ich mich wohliger und gänsehautiger erinnern als an „Akte X“. Montags, 20:15 Uhr, ProSieben. Meine Eltern und ich (nicht selten mit Kissen vor'm Gesicht) waren meist dabei. Danke dafür.
Nun nach über 20 Jahren gucke ich mir die wegweisende Serie nochmal von Beginn an… Hat sie sich gut gehalten? Eventuell sogar deutlich das moderne Fernsehen mitgeprägt? Und was kann vor allem diese erste Staffel, in der sich Mulder & Scully kennenlernen, es schon damals deutlich knisterte und es wie auch in den Folgejahren rund um Außerirdische, Monster und schwer erklärbare Fälle des FBI geht?
GLAUBE
+ unnachahmliche Chemie zwischen Mulder und Scully von Beginn an
+ brachte Mystery und Sci-Fi back in den TV/Mainstream
+ spannende Fälle der Woche
+ oft voll von feinem Understatement und doch mit Kinoflair
+ ikonischer kommen Intros und Titelmelodien nicht
+ Hintergrundgeschichte und Worldbuilding sehr interessant
+ Schauspieler verschmelzen mit ihren Rollen…
+ … und wirken immer sehr natürlich und mögenswert
+ extrem 90s
+ top und intelligent geschrieben
+ einige bekannte Gesichter in Nebenrollen
+ deutliche Horroranklänge
+ meist sehr durchdachter Aufbau vieler Fälle und Folgen
+ mysteriöse Strippenzieher, Hintermänner und Nebenfiguren schon hier
+ gute Balance aus „Fällen der Woche“ und übergreifender Story
+ knackiges Tempo und zügige Episodenlängen
+ schon in dieser ersten Staffel viele Mysterien und Fragezeichen, die Neugier wecken
+ schon früh nachvollziehbare und interessante Charakterentwicklungen
+ hochwertig und einfach zeitlos gemacht in seinen besten Phasen
+ Filmhommagen („The Thing“)
+ Highlightepisoden: „Ice“, „Darkness Falls“, „Beyond The Sea“
SKEPSIS
— in dieser ersten Staffel noch nicht das allerhöchste Niveau späterer Jahre
— manche Schnitte und Übergänge etwas holprig und mittlerweile altbacken
— extrem 90s
— wie oft bei Serien von damals merkt man die „Werbepausen“
— deutsche Synchro nicht auf aktuellem Topniveau
— gefühlt ein paar Fillerepisoden
— Hauptstory noch wirklich übersichtlich und eher generisch (Verschwörung, Außerirdische usw.)
— 24 Episoden wirken (gerade aus heutiger Sicht) sehr zeitintensiv und viel
Fazit: der Start einer der bahnbrechendsten, kreativsten und sympathischsten Mystery-Serien aller Zeiten. In dieser ersten Staffel zwar noch mit ein paar Startrucklern, aber allein durch das von Beginn an geniale Duo Scully/Mulder sofort ein zeitloser Hit, Klassiker, Gamechanger. (9/10)