Mercenario – Der Gefürchtete
(Koch Media)
Alleine der Name Sergio Corbucci (Navajo Joe, Leichen pflastern seinen Weg) lässt das Herz eines jeden Westernfans schneller schlagen. Dazu die Hauptdarsteller Franco Nero (Django, die Rache der Camorra) und Jack Palance (Tango & Cash, Chaots Land) und der Soundtrack von den Maestros Ennio Morricone (die Leone-Klassiker, The Untouchables, und ca. 500 andere Filmmusiken!! Ich denke, diesen Meister muss man nicht erklären oder vorstellen!) und Bruno Nicolai (Adios Sabata, Caligula), und das Filmvergnügen ist perfekt. Dem Drehbuch haftet der Geschmack der klaren politischen Haltung an, es liefert Stichworte und Anregungen, die dem damaligen Publikum äußerst willkommen waren. Sehr dialoglastig versucht es die Bedingungen einer Revolution in ein humoristisches Grundgerüst zu packen, und an Hand eines zynischen Protagonisten ausführen und erklären zu lassen. Unvergesslich hier die Szene, als Nero in seiner Rolle als polnischer Söldner Kowalski die Definition einer Revolution an Hand eines nackten Frauenkörpers beschreibt. Der Kopf gilt hier als herrschende Ausbeuterschicht, der Hintern ist Sinnbild für das Proletariat, und die alles beherrschende Frage lautet, warum beide nicht zusammenkommen können. Die Geschichte handelt von dem erwähnten Söldner Kowalski, der im Auftrag eines Minenbesitzers einen Silbertransport nach Texas durchführen soll. Jedoch bemerkt er bei erreichend er Mine, dass diese von aufständischen Arbeitern besetzt ist. Ihr Anführer Paco allerdings ist in seiner Rolle eher unsicher und lässt nun gegen Bezahlung von Kowalski beraten, der ihn zu einem Freiheitskämpfer ausbildet. Als Kowalskis Höhenflüge diesen jedoch in Verruf bringen, und Paco sich seiner entledigen möchte, wendet sich bald das Blatt.
Mercenario ist ein intelligenter, teils sehr witziger Italowestern, der mit einem Glücksgriff so viele gute Zutaten (eingangs erwähnt) zusammengefügt hat, dass das Endergebnis einfach nur hervorragend werden konnte. So bleibt dem Zuschauer ein Film in Erinnerung, der das bewährte Team Corbucci, Nero und Morricone erneut vereint, und wieder ein Meisterwerk gestalten lässt.
Die vorliegende DVD aus dem Hause Koch Media glänzt erneut durch eine gelungene Aufmachung dieses lange gesuchten, hier erstmals ungeschnittenen Filmes. Sauber remastered findet der Zuschauer im Bonusbereich diverse Features, wie zum Beispiel ein extra von Koch Media produziertes, in welchem noch mal Cast und Crew zu Wort kommen, oder der Drehortvergleich Damals und heute. Dazu kommen noch eine Bildergalerie und der Originaltrailer.
Auch wenn Mercenario mit keinem der Klassiker von Corbucci (wie etwa Django oder Leichen pflastern seinen Weg) zu vergleichen ist, bietet er einen neuen, teils parodierenden Blickwinkel auf den Spätwestern, der sich trotz einiger running Gags und Kalauer als angenehm intelligent und kritisch darstellt, jedoch auch eine gehörige Portion Action enthält. Also insgesamt ein unterhaltsam kurzweiliger Actioner mit Hirn.
CFS