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Michael Manns neustes Werk „Collateral“ schlug wie eine Bombe ein und wurde schon kurze Zeit später als Meisterwerk gefeiert, dank zweier hervorragenden Protagonisten. Michael Manns Film ist klasse, aber ein Meisterwerk? Wohl nicht ganz...


Den Taxifahrer Max (Jamie Fox) kann man wohl als den besten seiner Zunft bezeichnen. Ein sauberes Taxi ist oberstes Gebot und selbst die Kunden behandelt er mehr als fair. Max kennt jede Strecke, weiß wie man am schnellsten zu jedem Ort kommt, davon profitiert auch die Staatsanwältin Annie (Jada Pinkett-Smith). Beide verstehen sich gut, doch Annie hat noch eine lange Nacht vor sich, ein großer, wichtiger Fall steht bevor.
Schon hat Max den nächsten Kunden im Taxi sitzen, Vincent (Tom Cruise), der ihn für die komplette Nacht mieten will, da er zu fünf Orten muss und am nächsten Morgen wieder zum Flughafen muss. Max zögert, stimmt aber schließlich zu. Am ersten Ort dauert es nicht lange, bis eine Leiche auf Max’ Taxi fällt, getötet von Vincent. Vincent ist ein Auftragskiller und Max hat jetzt den Auftrag, Vincent weiter zu fahren. Probleme sind vorprogrammiert...


Ich bin kein Freund dieser amerikanischen Blockbuster, die meiner Meinung nach alle ziemlich überschätzt sind und eigentlich immer nur das gleiche bieten. „Collateral“ von Michael Mann ist da eine frische Ausnahme, auch wenn der Film einige Schwächen enthält.
Getragen wird der Film natürlich von den beiden Protagonisten Tom Cruise und Neuling Jamie Fox, der sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht hat, man denke nur an „Ray“, wo er den Oscar bekam.
Die Story dreht sich fast nur um die beiden und beide sind in Höchstform. Fox als gutgläubiger Mensch, der plötzlich einer Situation gegenüber steht, die er eigentlich nicht gewachsen ist. Auf der anderen Seite Tom Cruise als cooler, teilweise witziger, aber immer berechnender Serienkiller, für den es kein Problem ist, auch Menschen zu töten, die eigentlich mit seinem Auftrag zu tun haben. Wer im Weg ist und die Aktion gefährdet, muss sterben.
Beide schaukeln sich gegenseitig hoch und gerade deswegen ist „Collateral“ so ein Erfolg. Und immer wieder entschärfen coole Sprüche von Vincent die eigentlich so harte Situation für Max.

Auch technisch ist „Collateral“ eine Augenweide. Gewrade zu Begin, wenn alles noch ziemlich ruhig ist, zeigt Mann die schönsten Bilder von Los Angeles bei Nacht. Hinzu kommt stimmungsvolle Musik, so dass man fast einschlafen könnte.
Doch Mann kann auch anders, dann gibt es wieder schnelle Aktionen. Beste Szene ist meiner Meinung nach der Auftrag in der asiatischen Disco. Vincent schieß um sich, die tanzenden Leute bemerken aber gar nichts. Liegt es an der lauten Musik, vielleicht an nicht legalen Mitteln, wer weiß das schon. Mittendrin sind Fox und Cruise und geben alles.

Doch „Collateral“ hat auch die typischen Schwächen Hollywoods. Jeder weiß, wie dieser Film ausgehen wird. Das ist so bei Hollywood und wird auch immer so bleiben. Ferner wirkt das Ende arg unrealistisch, es passt einfach nicht zu dem davor gezeigten. Auch die Arbeit der Polizei wirkt mehr zufällig als alles andere und trübt den Spaß ein wenig. Hier hätte man sich mehr einfallen lassen müssen. Ich war sogar ein wenig verärgert über das Ende, auch wenn es mit einem Spruch endet, den man zu Begib hört.


Fazit: „Collateral“ ist ein klasse Film, keine Frage, der gerade im Mittelteil zum besten gehört, was man in den letzten Jahren in diesem Genre gesehen hat. Leider kann das etwas lust- und ideenlose Ende nicht mithalten. „Collateral“ ist kein Meisterwerk, doch ein sehr guter Film.

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