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Michael Mann, Regisseur von Heat und Der letzte Mohikaner, hat mit Collateral einen ruhigen, aber keineswegs sanftmütigen Thriller erster Klasse erschaffen. Tom Cruise und Jamie Foxx stemmen den Film ganz allein, da hat auch die Nebenrolle von Mark Ruffalo nicht viel zu vermelden.

Der Zuschauer wird langsam und ganz vorsichtig in den normalen Alltag eines Taxifahrers (Jamie Foxx) eingeführt, bis dieser urplötzlich von einem seriösen, aber dennoch irgendwie beängstigenden "Geschäftsmann" (Tom Cruise) unterbrochen wird und in eine komplett andere Richtung gelenkt wird - ein bevorstehender Alptraum!

Diese Herantastung an die eigentliche Handlung, die zu erfüllenden Aufträge des unbekannten "Geschäftsmannes" und die Heranführung an die beiden tiefgründigen Hauptcharaktere hätte nicht interessanter gestaltet werden können. Mann versteht es, die ruhige "Kennenlernphase" der beiden Männer, die unterschiedlicher gar nicht sein könnten, durch plötzliche, abrupte und unerwartete Vorkommnisse (erster Mord) zu unterbrechen, wodurch er dem Zuschauer kurzzeitig einen großen Schrecken einjagt. Kaum glaubt man zu ahnen, wie es weitergeht, verblüfft Mann mit einer cleveren Plotwendung. Mit diesem Rezept schafft er es, die Spannung immer weiter nach oben zu treiben - großartig!

Für die passende, musikalische Untermalung sorgen sanfte Klänge und Instrumentalstücke u.a. von "Elliot Goldenthal"," Antonio Pinto" und "Vangelis". Besonders toll finde ich die Szene, als Foxx und Cruise die leergefegten Straßen von L.A. entlangfahren und auf einen einsamen Wolf, der durch die Straßen streift stoßen und kurzzeitig stehen bleiben. Bei dieser Szene könnte ich Gänsehaut bekommen, denn die sanfte und zum Nachdenken anregende Musik spiegelt genau das wider, worüber sich die beiden Akteure während der Fahrt unterhalten: Jeder Mensch stellt nur ein unbedeutendes kleines Licht inmitten einens riesigen Sternenhimmels dar - genau wie der einsam umherstreifende Wolf. Man merkt förmlich, wie "Vincent" und "Max" in dieser Situation höchstwahrscheinlich über ihr eigenes Leben und den Sinn nachdenken.

Ein spannender, sehr dicht inszenierter und intensiv gespielter Thriller, der von Foxx und Cruise oscarreif getragen wird und diverse Denkanstöße über den Sinn des Daseins und der Möglichkeit eines aufregenderen und intensiveren Lebens gibt. Die musikalische Untermalung gibt dem ohnehin tiefgründigen Film die nötige Unterstützung, die Bilder noch viel intensiver wirken zu lassen. Ein faszinierendes Katz-und-Maus-Spiel!

9,5/10

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