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Nach ''Heat'' inszenierte Michael Mann mit ''Collateral'' einen weiteren meisterlichen Action-Thriller!

Stahlgraue kurze Haare. Harte Bartstoppeln. Eisiger Blick. Und nur ein Ziel: Mord. In Michael Manns ''Collateral'' spielt Tom Cruise, der ja sonst der Inbegriff des amerikanischen Helden ist, einen eiskalten Killer! Seine böseste Filmfigur, die er in diesem packenden Action-Thriller so perfekt ausfüllt, das man jetzt einfach fordern muss: Gebt ihm endlich den Oscar!

Story: Taxifahrer Max (Jamie Fox), der schon seit 12 Jahren im Geschäft ist, erhält kurz vor Feierabend ein lukratives Angebot. Sein Fahrgast Vincent (Tom Cruise) bietet ihm 600 Dollar – dafür soll er ihn die ganze Nacht durch Los Angeles chauffieren. Er gibt sich als Immobilienmakler aus, und müsse an verschiedenen Adressen fünf Aufträge abschließen. Doch schon beim ersten Halt bekommt Max den Schock seines Lebens, als ein Mann von einem Hochhaus auf sein Taxi stürzt. Nun wird Max alles klar – Vincent entpuppt sich als Auftragskiller, der die Zeugen in einem Mafiaprozess beseitigen will.

Die Schauspieler in diesem grandios perfekten Thriller sind einfach überragend. Tom Cruise (''Last Samurai'', ''Top Gun'') wird als Schauspieler in jedem seiner Filme besser und die Wahl seiner Rollen immer gewagter. Zeigte er in ''Last Samurai'' einen lebensmüden Soldaten der sich letztlich doch noch zu einem guten Menschen wandelte, so ist er aber diesmal in ''Collateral'' konsequent ein völlig abgründiger Charakter. Mit seinem zynischem Wortwitz und trotzdem charismatisch verkörpert er Vincent dynamisch, cool und höchst gefährlich, der eben noch über Jazz plaudert und im nächsten Atemzug auch nur ohne mit der Wimper zu zucken seinen Gesprächspartner eiskalt umlegt. Für mich ist er hier in seiner besten und ungewöhnlichsten Rolle, die er großartig meistert. Jamie Foxx (''An jedem verdammten Sonntag''), der ja schon mit Michael Mann in ''Ali'' zusammengearbeitet hat, stellt in der Rolle des anständigen und netten Max den moralischen Gegenpart dar und agiert ebenfalls überragend.
Jada Pinkett Smith (''Ali'', ''Matrix Reloaded'') wird in ihrer Rolle als Anwältin Annie nicht viel gefordert, aber ist trotzdem klasse, ebenso wie Mark Ruffalo als Cop.

Die Zwiegespräche im Wagen zwischen Max und Vincent sind ebenso so fesselnd wie die irre einfallsreichen Actionszenen, die zwar nicht im Übermaß auftreten aber perfekt choreographiert sind und das Herz jedes Action-Fans höher schlagen lässt. Eines der größten Höhepunkte ist ein raffiniertes Attentat in einer Discothek, das in einem chaotischen Schusswechsel gipfelt, denn in dieser Szene kann man die wunderbare Action mit den genialen Shoot-Outs aufs ganze bewundern.

Regisseur Michael Mann schafft mit schnellen Schnitten und brillanten Bildern eine hypnotische Atmosphäre und steigert permanent Tempo und Nervenkitzel, was den Zuschauer immer intensiver in den Film zieht, und zudem fast im gleichen Stile von ''Heat" ist. Das alles entscheidende Showdown in der U-Bahn lässt keine Wünsche übrig und vollendet den Film somit mit einer sensationellen Nacht, die so schnell niemand vergisst. Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Kamerafahrt über das beleuchtete Los Angeles das einfach überwältigend aussieht, denn selten zuvor hat man so was in einem anderen Film gesehen. Zudem weist der Film noch eine überragende Filmmusik auf.

Fazit: Überraschend, spannend, dramatisch. Michael Mann ("Heat“) inszenierte mit "Collateral“ einen Action-Thriller bei dem einfach alles stimmt. Neben der aufwühlenden Action fasziniert der Film auch mit einer originellen Story bei der die Spannung stetig steigt, intelligenten Dialogen und dem dramatischen Duell der beiden großartigen Hauptdarstellern Tom Cruise und Jamie Foxx. Der beste Film des Jahres 2004. Ein beeindruckendes Meisterwerk. Danke, Michael Mann!

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