Man nehme ein Alien, füge einen Predator hinzu, schnippele einen Hauch von Indiana Jones hinein und erhitze dies unter permanentem Rühren auf kleiner Flamme. Und heraus kommt ein Sci-Fi-Risotto, das einem übelste Magenschmerzen bereitet.
Die genannte Rezeptur klingt ja eigentlich im ersten Moment verdammt lecker. Alien, während der gesamten gleichnamigen Reihe immer wieder liebenswert böse, war schon seit jeher für mich ein Sympathieträger in der Science-Fiction-Szene. Und auch der Predator war bereits nach dem ersten Teil ein lieb gewonnener Weggefährte. Die Nachricht, dass diese beiden nun in einem Film aufeinander treffen, stellte wohl nicht nur für mich eine Art österliches Weihnachtsfest dar. Doch so sehr man sich auch auf die Bescherung freut, meistens bekommt man dann doch genau das, was man sich so gar nicht gewünscht hat. Genauso war es auch bei „Alien vs. Predator“.
Voll Vorfreude setzt man sich in das Kino seiner Wahl, um das „Duell des Jahres“ zu erleben. Doch bereits nach wenigen Minuten (damit meine ich nicht die leidige Eis-Werbung) sinken die Mundwinkel merklich nach unten. Erste Vermutungen keimen auf, dass man sich im Kinosaal vertan hat und einen futuristisch angehauchten Indiana Jones-Streifen sieht. Aber der Blick auf die Eintrittskarte bestätigt: Ich bin richtig hier. OK, lassen wir uns mal darauf ein, vielleicht ist’s ja doch nicht so schlecht…
Eine Expeditions-Gruppe macht sich nun also – beauftragt durch einen alternden Millionär (mal was ganz neues) – auf den Weg in die Antarktis (oder Arktis??? – egal), um dort eine sonderbare, durch Satellitenbilder entdeckte Wärmequelle zu erkunden. Hier kommt auch der eben angesprochene Hauch von Indy schwer zu tragen: Die Wärmequelle ist eine Pyramide - eingeschlossen vom ewigen Eis. Nun ja, auch wer den Film noch nicht gesehen hat, kann sich die restliche Handlung relativ einfach rekonstruieren: Mensch trifft Predator, Mensch tot. Mensch trifft Alien, Mensch tot. Alien trifft Predator, Film aus. Ehrlich gesagt hatte ich auch nicht mehr Handlung erwartet (wie denn auch bei einem Film dieses Genres), jedoch hätte das Aufeinandertreffen dieser beiden Charaktere actionreicher, blutrünstiger, ja witziger ausfallen können. Zwei Lacher und kein einziger richtiger Schocker während ca. 90 Minuten Film. Das ist etwas zu wenig.
Nach „Freddy vs. Jason“ ist dies nun bereits das zweite Mal binnen eines Jahres, dass ich bitterböse enttäuscht bin von einem Duell zweier Größen der Filmgeschichte. Das schlimmste an der ganzen Sache ist jedoch, dass das Ende dieses Films ein Sequel vermuten lässt… Ich hoffe, sicherlich auch im Sinne vieler anderer, die durch „Alien vs. Predator“ enttäuscht wurden, dass diese Vermutung nicht in die Wahrheit umgesetzt wird.
Fazit: 3 Punkte und der gute Rat an alle, die noch zweifeln, ob sie sich den Film anschauen sollen oder nicht: FINGER WEG! Lieber die Originale der beiden „Hauptdarsteller“ anschauen als sich diesen Schund anzutun!