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Diverse Comics sowie einige Video- und PC-Spiele hatten den Konflikt bereits ausgetragen, doch nun ist er auch filmisch zu sehen: „Alien vs. Predator“.
Doch die intergalaktische Rassenunruhe beginnt erstmal mit der vertrauten Spezies Mensch – genauer gesagt mit den Exemplaren die bald in den Kleinkrieg hineingezogen werden. Zentrale Figur ist die Kletterexpertin Alexa Woods (Sanaa Lathan), die von dem Millionär Charles Bishop Weyland (Lance Henriksen) zusammen mit einer Horde von Wissenschaftlern zu einer Besprechung geholt wird – gegen eine große Geldsumme natürlich. Damit wären dann ruckzuck alle menschlichen Figuren zusammengerottet, wobei nur die wichtigsten lange vorgestellt werden – der Rest bleibt leicht gesichtslos und man kann sich deren späteres Schicksal ausmalen.
Einer von Weylands Satteliten hat im ewigen Eis eine seltsame Wärmequelle entdeckt, die sich in einer im Eis verborgenen Pyramide befindet. Weyland möchte diese als erste untersuchen und hat das Team in Windeseile zusammengestellt. Alexa möchte die Expedition angesichts der kurzen Zeit und der mangelnden Ausbildung der Forscher an sich nicht anführen, lässt sich aber aus Sorge um den Rest des Teams dazu breitschlagen. Damit wird die im Horrorgenre übliche Kritik an Geldgier und Gewinnsucht, die alle in Gefahr bringt, bereits früh geäußert.

Als man nach einigen Schwierigkeiten die Pyramide erreicht, erwartet die Forscher das Grauen: Die Pyramide dient jungen Predatoren als Ausbildungsstätte, denn sie sollen ihre Fähigkeiten im Kampf gegen Aliens erlernen. Und diese brauchen zur Reife vom Facehugger zum ausgewachsenen Exemplar natürlich menschliche Wirtskörper…
Die Geschichte von „Alien vs. Predator“ dient in erster Linie dazu, die beiden Spezies aufeinander zu hetzen und das Szenario ist dementsprechend etwas gekünstelt. Die sich wandelnde Pyramide zeigt Anleihen bei „Cube“ und Indy Jones und in der zweiten Hälfte wirkt der Film eher wie ein filmischer Abenteuerspielplatz, der von Attraktion zu Attraktion führt und nicht viel Wert auf das Dazwischen legt. Dementsprechend geht die Spannung in Hälfte zwei etwas flöten, auch wenn Regisseur Paul Anderson dank hohem Tempo Längen vermeidet.

Dabei baut die erste Hälfte überraschend viel Spannung auf: Die Erforschung der Pyramide und das Auftauchen beider außerirdischer Rassen sorgen für nette Gruselmomente, die ab und zu sogar die Qualität der alten „Alien“-Filme erreichen. Auch die eisige Atmosphäre kann Anderson sehr überzeugend rüberbringen und den Zuschauer fesseln. Etwas durchschaubar ist dagegen das Schema, wer überlebt und wer draufgeht, denn hier gibt es höchstens ein oder zwei kleine Überraschungen.
Auf der Höhe der Zeit sind die Effekte. Gerade in diesem Punkt waren ja viele Filme der letzten Zeit überraschend schwach, aber „Alien vs. Predator“ überzeugt wirklich. Zudem behalten sowohl Alien als auch Predator noch im CGI-Zeitalter den alten Charme. Lediglich ein paar Szenen gegen Ende des Films sehen etwas mäßig aus, aber insgesamt ist das Ergebnis überraschend gut.

Die Spannung lässt zwar in der zweiten Hälfte nach, aber dafür setzt Anderson hier auf geballte Action. In den Szenen, in denen menschliche Wesen dran glauben müssen, fällt die jugendfreie Ausrichtung (zumindest in der Kinofassung) leider störend auf, aber bald prügeln sich nur noch die Außerirdischen und da hält die Kamera dann wieder auf. Die Gefechte mit allen Waffen, welche die drei Rassen aufbieten können, sind unterhaltsam und halbwegs spektakulär in Szene gesetzt. Zwar sind die mit vielen CGI-Effekten angereicherten Konfrontationen nicht ganz so spektakulär wie Old School Action, aber den Videospiel-Charakter eines „Van Helsing“ bekommen sie glücklicherweise nicht.
Auf darstellerischer Seite sollte man nicht allzu viel erwarten. Lance Henriksen als alter Recke schlägt sich gewohnt überzeugend (inklusive kultiger Anspielung auf seine Rolle in „Aliens - Die Rückkehr"), aber die restlichen Darsteller bleiben kaum im Gedächtnis, denn ihre Performances sind zwar routiniert, aber gehen inmitten des Spektakels einfach unter.

So bleibt unterm Strich ein ganz putziger Sci-Fi-Actioner, zwar mit ein paar Schwächen im Spannungsaufbau, aber dennoch temporeiches, anspruchsloses Entertainment.

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