Was kann man schreiben über solch ein Unternehmen, das im Vorfeld schon als Merchandisingschlacht zweier Trademarkmonster verhöhnt wurde, und das sogar zu Recht? Gibt es dazu mehr zu sagen, als nur zu registrieren, auf welchem technischen Niveau beide Marken aufeinandertreffen, und wer gewinnt?
Es gibt... überraschenderweise. Denn Anderson und sein Drehbuchautor beschwören mit AVP eine Stimmung, die an die Erzählung "Berge des Wahnsinns" von HP Lovecraft erinnert. Das Setting im ewigen Eis...die zyklopische Pyramide mit ihren Mechaniken...die wunderschönen Rückblenden in eine graue Vorzeit, die von den Predatoren beherrscht wurde...das und viel mehr erweckt mehr HP Lovecraft zum Leben, als viele der mir bekannten offiziellen Verfilmungen.
Ob das nun beabsichtigt war oder nicht. AVP nimmt sein potentiell trashgefährdetes Sujet ernst, und diese Haltung überträgt sich auf den Zuschauer. Lediglich die erste Stunde ist so platt, wie zu befürchten war, aber dann gewinnt das Drehbuch an Fahrt. Und spätestens wenn sich die menschliche Hauptfigur mit dem letzten Predatoren gegen die Alienbrut verbündet, zappelt der Zuschauer am Haken. Anderson, der mit "Resident Evil" auf dem Tiefpunkt schien, liefert ein atmosphärisches B-picture, dessen liebevoll-monumentale Schlachtengemälde mich stellenweise staunen ließen wie einen kleinen Jungen.
Sicher, ein Meisterwerk ist AVP nicht, aber eben doch viel mehr, als nur ein Duell der Markenmonster.
Wertung 7 von 10
Reznik