Nach Absitzen einer Gefängnisstrafe wegen Totschlags kehrt Vietnam-Veteran Buck Matthews (Gary Busey, Under Siege) heim zu Frau Christie (Denise Galik) und Töchterlein Jennifer (Judith Barsi), um ein neues Leben zu beginnen. Doch die texanische Kleinstadt, in der sie leben, wird von einer brutalen Biker-Gang terrorisiert, die ihr Lager außerhalb der Stadt aufgeschlagen hat. Der korrupte Sheriff (Seymour Cassel) rührt keinen Finger, um die Bürger zu schützen; stattdessen schikaniert er Buck, da dieser bei einer Vergewaltigung energisch eingeschritten ist. Als die Bande schließlich in Bucks Haus eindringt, die Einrichtung demoliert, seine Frau tötet und seine Tochter schwer traumatisiert, ist Schluß mit lustig. Mit Unterstützung seines Kumpels Deveraux (Yaphet Kotto, Live and Let Die) setzt er sich zur Wehr.
Der Film zum Song. Oder so. Sogar produziert von Scotti Brothers Pictures, dem filmischen Ableger des Plattenlabels Scotti Bros. Records, bei dem die amerikanische Band Survivor zu Hause war (wie zeitweise auch James Brown, dessen Gravity hier ebenfalls hin und wieder ertönt). Und wer kennt sie nicht, ihre unsterbliche Rock-Hymne Eye of the Tiger, die in diesem Film einige Male zum Einsatz kommt? "Rising up, back on the street, Did my time, took my chances. Went the distance, now I'm back on my feet, Just a man and his will to survive", heißt es da mit Dave Bicklers unverwechselbarer Stimme. Und weiter: "It's the eye of the tiger, It's the thrill of the fight, Rising up to the challenge of our rival." Das war schon das Motto bei Rocky Balboas Kampf gegen Clubber Lang in Rocky III - Das Auge des Tigers. Bucks Rivale ist nicht Mr. T, sondern William Smith (Fast Company) als Blade, ein gewissenloser, grimmig guckender Hüne mit Schnauzbart und Glatze (bis auf einen schwarzen Haarstreifen am Hinterkopf), der gar nicht daran denkt, das Feld kampflos zu räumen.
Und so kommt es, wie es kommen muß. Hütten explodieren, Kugeln fetzen durch Körper, Fäuste klatschen in Gesichter, Köpfe rollen. Nun ja, zumindest einer, also muß es richtig heißen: ein Kopf rollt. Den verliert nämlich einer der Biker dank eines über die Straße gespannten Stahldrahtes. Ja, Buck arbeitet auch mit schmutzigen Tricks. Er schreckt nicht einmal davor zurück, einem ans Bett gefesselten Gangster eine Stange Dynamit mit brennender Lunte in den Arsch zu schieben, um wichtige Informationen aus ihm herauszuquetschen! Aber er ist kein Unmensch, denn er tunkt die Stange großzügig in Vaseline, bevor er zur Tat schreitet. Charakterfresse Gary Busey zieht als Held wider Willen eine sympathische Show ab. Als Zuschauer ist man sofort auf seiner Seite, wird ihm doch verdammt übel mitgespielt (nicht nur wird seine Frau ermordet; auch ihr Begräbnis wird gestört und später wird sogar ihre Leiche ausgebuddelt!). Insofern ist es schon ungeheuer befriedigend, wenn er mit dem widerwärtigen, Drogen dealenden Pack aufräumt. Inszeniert wurde der unterhaltsame und ordentlich produzierte Actionfilm von Richard C. Sarafian, dessen große Stunde 1971 mit Vanishing Point (Fluchtpunkt San Franzisko) geschlagen hatte. Actionfans kommen bei Eye of the Tiger zweifellos auf ihre Kosten, zumal Sarafian dem kurzweiligen Streifen auch noch ein nettes Endzeitflair verpaßt, welches ihm ausgesprochen gut zu Gesicht steht.