McBain heißt der Held des gleichnamigen Films, McBain ist die Actionstarparodie aus den Simpsons und auch der Held von „Bulletproof“ trägt diesen Namen.
Frank McBain (Gary Busey) ist ein 80er Jahre Actionheld, wie er im Buche steht: Er ist Cop, wartet nie auf Verstärkung und betäubt Schmerzen mit einem kräftigen Schluck aus der Whiskeybuddel. Sein Spitzname lautet ’Bulletproof’, da er bereits mehrfach angeschossen wurde, aber stets überlebt. Natürlich sammelt ein waschechter Actionheld der 80er die Projektile zu Hause und hat bereits eine große Sammlung angehäuft. Und das sind nur die Klischees der ersten paar Minuten (seltsamerweise überlebt allerdings Franks Partner den ganzen Film).
Außerdem hat Frank noch eine CIA-Vergangenheit, wollte mit dem Laden jedoch nichts mehr zu tun haben. Der CIA beobachtet derweil, dass sich in Mexiko Terroristen aller Länder versammeln (um „Invasion U.S.A.“ an Vorbehalten noch zu toppen) und schickt eine Militäreskorte mitsamt neuem Superpanzer ins Kriegsgebiet. Dabei geht man bereits davon aus, dass Terroristen das Teil schnappen, was zwar keinen Sinn macht, aber die Regierung muss als feige, unfähig und hinterhältig dargestellt werden (ähnlich wie in „Missing in Action“, „Holt Harry raus!“ und wie sie alle heißen).
Man tritt an Frank heran und da unter den gefangenen US-Soldaten auch Franks Ex-Freundin Devon Shepard (Darlanne Fluegel) ist, erklärt er sich widerwillig bereit die Gefangenen zu befreien und den Superpanzer sicherzustellen…
„Bulletproof“ ist B-Action der 80er, kostengünstig gedreht, aber doch mit mehr Flair als die meisten Ostblock-Produktionen neueren Datums. Typisch 80er Jahre sind neben Frisuren und Klamotten dabei auch die Klischees der Zeit: Alle Bösewichte sind Russen, Mexikaner, Libyer usw., jedenfalls Nicht-Amerikaner, der CIA verschwörerisch und feige, doch wenn der gute Mr. Working Class in die Hände spuckt und zur Knarre greift, dann wird alles gut. Logik spielt dabei keine Rolle, Story auch nicht.
So lehnt sich die Geschichte an „Rambo II“ und ähnliche Filme an, vom Fallschirmabsprung überm Feindesgebiet über die zwischenzeitliche Gefangenschaft bis hin zum Finalen Abräumen ist alles enthalten, was man von einem solchen Werk erwartet. Steve Carver kurbelt das Ganze dann mit wenig neuen Ideen und handwerklich solide herunter, doch als Regisseur ist er nur ein guter Handwerker; Besonderes lässt die Inszenierung des Ganzen leider etwas vermissen.
Leider vernachlässigt „Bulletproof“ das Wichtigste: Die Action. Auftakt und Showdown sind gut, dazwischen sind nur sehr kurze Schusswechsel und Prügeleien zu finden. Der Auftakt zeigt Frank noch als Cop, erinnert an die Polizeiactioner der Zeit, wenngleich er sehr übertrieben ist (z.B. das MG und die Handgranaten im Eiscremetruck). Doch er macht Laune, ebenso wie der Showdown. Dieser bietet dann das übliche brachiale Abräumen, der Superpanzer kommt natürlich zum Einsatz und die chancenlose Übelwichte werden gleich dutzendweise niedergemäht. Im Finale nimmt der Bodycount gewaltige Höhen an, die Action ist ausufernd – als wolle man für das vorherige Fehlen von Action entschädigen, auch wenn es an der Stelle etwas zu spät dafür ist.
Gary Busey spielt seine Rolle mit gewohntem Charme und verleiht dem bärbeißigen Klischeecop noch Profil. Dauerfiesling Henry Silva ist ganz OK, wenngleich merklich schwächer als z.B. in „Nico“, was aber auch am Script liegt: Anfangs ein eiskalter Fiesling, doch wenn Frank etwas ernsthafte Gegenwehr leistet ein Angsthase. Darlanne Fluegel als Love Interest ist OK, der Rest vom Fest ebenfalls solide. Einen Kurzauftritt hat Danny Trejo als schmieriger Drogenboss im Auftakt, doch er wird wie so häufig fix abserviert.
Auftakt fetzig, Showdown gewaltig, dazwischen leider kaum was los – das ist leider etwas zu wenig. „Bulletproof“ hat Charme und Gary Busey spielt gewohnt gut, doch das einfallslose Drehbuch und die Actionarmut in der Mitte verhindern, dass mehr als gutes Mittelmaß herauskommt.