Review

Es ist sicher nicht einfach, bei den Filmen von Dario Argento den
wirklich besten zu nennen, "Phenomena" hat mir von all seinen
Filmen immer am besten gefallen, obwohl er objektiv gesehen,
sicher einige Schwächen und Unstimmigkeiten aufweist.
Es war jedenfalls der erste Film von Argento, den ich sah, und
soweit ich mich erinnere, der erste Horrorfilm, der mich auch
nachhaltig beindruckte.

Der Film ist hinsichtlich der Stimmung und Atmosphäre sehr
phantasievoll, märchenhaft und manchmal sogar poetisch,
man hat das Gefühl, einen makaberen aber auch wunderbaren
Traum vor sich ablaufen zu sehen.

Obwohl insgesamt etwas unausgewogen, hat der Film einige
wirklich geniale Sequenzen und kann auch mit eindrucksvollen
Schockmomenten und Spezialeffekten aufwarten.

Aber dadurch, dass sich die Story eigentlich um ein junges
Mädchen (Jennifer Connely, die mich auch in den bemerkenswerten Filmen "Requiem for a Dream" und
"Haus aus Sand und Nebel" nach wie vor beeindruckt) dreht,
das mit übersinnlichen Fähigkeiten, nämlich der Kommunikation
mit Insekten, ausgestattet ist, kann man "Phenomena" nur
bedingt als reinen Horrorfilm sehen. Die Probleme des
Mädchens, darunter auch Schlafwandeln, und die daraus
folgenden Erlebnisse werden recht gut in die Story um einen
wahnsinnigen Serienmörder integriert, der in der Umgebung
des Mädchcheninternats sein Unwesen treibt.

So gesehen, ist der Film auch ein sehr interessantes Drama,
nicht zuletzt durch die Thematik der telephatischen Fähigkeit,
mit Insekten zu kommunizieren.

Der Film wirkt daher trotz einiger Splatterszenen nicht so hart
und kompromisslos, sondern eher etwas melancholisch und
mehr "berauschend".

Visuell sehr gut, wie von Argento gewohnt, hier möchte ich
die Anfangsszene kurz erwähnen: die Kamerafahrt über
die Baumgipfel, während die Credits rollen, unterlegt mit
einem düsteren, mystischen Score ist sehr stimmungsvoll
und toll gefilmt, und nur eine vielen "starken" Szenarien.

Der Sound ist auf weiten Strecken gelungen, etwas gewagt
ist der Metalscore, der nicht zu allen Szenen passt.

Fazit: Ein sehenswerter Horrorfilm mit Dramaelementen,
einer tollen Hauptdarstellerin, optisch sehr eindrucksvoll,
inszenatorisch sicher nicht Argentos bester Film, aber für
Fans und die es werden wollen, jedenfalls empfehlenswert!

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