Review

Nchdem ich an dem etwas konfusen und von der deutschen Schere total verstümmelten "Opera", seinerzeit mit dem dümmlichen Titel "Im Zeichen des Raben" ausgestattet, in meinem Willen, Dario Argento kennen zu lernen, kläglich gescheitert bin und auch der hochgelobte "Stendhal Syndrome" mir nicht mehr als ein ärgerliches Gähnen entlocken konnte, konnte der Mann bei mir mit "Suspiria" endlich einmal punkten.
Dass ein Film seine kaum vorhandene Story derart genial mit ästhetisch stilisierten und inszenierten Morden und atmosphärisch abgefilmten Schauplätzen überlagert, ist man ja nun in heutiger Zeit gewohnt aber überzeugt wurde ich dann endlich mit Argentos "Phenomena" von 1985.

Die Tochter des erfolgreichen Schauspielers Paul Corvino kommt in die Schweiz auf eine internationale Schule mit angeschlossenem Internat. Gleichzeitig treibt sich ein Mädchenmörder in der Gegend herum, der auf grausame Weise tötet. Die Polizei bekommt Hilfe von einem Insektenforscher, der mithilfe seiner Kenntnisse die Verwesungsstadien und Todeszeitpunkte der gefundenen Leichnteile feststellen kann.
Als Jennifer durch Zufall auf die Spur des Killers kommt, begibt sie sich damit in grösste Gefahr, denn neben der Inakzeptanz ihrer Fähigkeit mit Insekten zu kommunizieren, gerät sie nun auch in das Visir des offenbar geistesgestörten Killers...

Von Beginn an entfaltet der von mir mit der Einordnung Mystery-Krimi zu bezeichnende Film seinen Charme aufgrund des Einfalls von einer märchenhaften Atmosphäre in die urschweizerische Postkarten-Idylle, gespickt zwar mit selbstzweckhaften Effekten aber dieses Mal sind diese eingebettet in eine einigermassen plausible Story und keiner Angst vor Ekel-Tabus jenseits des üblichen Splatters.
Dario Argento schafft es, eine ständige Bedohung aufzubauen, die sich erst in kleinen Schüben entlädt.
Von grandiosen Effekt-Szenen kann man zwar nicht sprechen aber mit viel Charme umgesetzte Insekten-Sequenzen und unter Einsatz ungewöhnlicher Schauplätzee entspinnt sich eine spannende und tatsächlich auch filmisch nachvollziehbare Mördersuche.
Ein grosses Plus unter den leider ziemlich klischeehaften Figuren ist Jennifer Conelly, die den Lead-Cast als toughe junge Frau anführt - ihre Handlungen und Aktionen bleiben jederzeit nachvollziehbar und plausibel und gleiten weder ins übermenschliche noch ins dümmliche ab.
Donald Pleasance als Insekten-Forscher müht sich gekonnt um kleine Aufmerksamkeiten in seiner räumlich begrenzten Rolle und Unterstützung erhält er von seiner grossartigen Schimpansen-Dame Inge, die zwar zum Ende hin einen auf "Link der Butler" macht aber extrem gut dressiert ist.
Optisch und musikalisch ist der von Argento eingeschlagene Weg ein guter auch wenn die Metal-Songs nicht so ganz zur Inszenierung passen wollen.

Fazit: Ein ruhiger Spannungsaufbau, eine mystische Story und jede Menge Atmosphäre veredeln diesen überzeugenden Argento-Grusler, der mich nun endlich erahnen lässt, was den Italiener zu solch einem Meister des Horrorfilms macht.

Details
Ähnliche Filme